Martin Winterkorn: "Momentan haben wir zwölf Marken. Das reicht mir auch." - Bild: dpa

Martin Winterkorn: "Momentan haben wir zwölf Marken. Das reicht mir auch." - Bild: dpa

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat Zukäufen wie in den vergangenen Jahren eine eindeutige Absage erteilt. Europas größter Autobauer wird organisch wachsen und braucht keine neuen Marken.

“Momentan haben wir zwölf Marken. Das reicht mir auch”, erklärte der Vorstandsvorsitzende der “PS-Welt”, dem Automagazin der “Welt am Sonntag”.. Volkswagen wurden zuletzt immer wieder Absichten nachgesagt, Marken aus dem Fiat-Konzern schlucken zu wollen. Obwohl das Thema demnach vom Tisch ist, verfolgt Winterkorn die Entwicklung bei Fiat aufmerksam.

Das Verschwinden von Lancia tue ihm “im Herzen weh”, sagte Winterkorn. “Wer einmal auf der Mille Miglia war und die alten Lancias und Alfas gesehen, gehört und gerochen hat und jetzt sieht, wie Lancia untergeht, dem kann das nicht egal sein.”

Dass Volkswagen schon in kurzer Zeit – wie anvisiert – größter Automobilhersteller der Welt sein wird, hält Winterkorn für gesetzt. Der Konzernchef warnte jedoch davor, allein nach Stückzahlen zu schielen – so wie zuvor die Rivalen Toyota und General Motors (GM).

Aufholjagd in den USA

Für das schwächelnde US-Geschäft sprach Winterkorn klar von Schwachstellen und kündigte eine Aufholjagd an: “Wir waren nachlässig und wurden bestraft. Außerdem haben die amerikanischen Autohersteller in kurzer Zeit ihre Qualitätsansprüche nach oben orientiert.” Die Amerikaner wollten alle drei Jahre ein neues Auto haben. Volkswagen hätte den Passat schneller überarbeiten müssen. “Aber wir haben daraus gelernt, bringen neue SUVs speziell für Amerika und werden die Modellzyklen verkürzen”, kündigte der VW-Chef an.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke