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Im Volkswagen-Abgasskandal muss der Konzern bis Anfang Dezember einen Plan zur Entschädigung der rund 80.000 US-Kunden von Drei-Liter-Dieselfahrzeugen vorlegen. - Bild: Pixabay

Gleichzeitig bescheinigte Richter Charles Breyer Volkswagen "beträchtliche Fortschritte" im Hinblick auf eine Lösung bei Drei-Liter-Autos.

Bei den Drei-Liter-Autos dauert der Vorgang damit länger als bei der kleineren Motorenklasse. Für die Entschädigung der rund 475.000 Käufer der Zwei-Liter-Dieselfahrzeuge gab Breyer vergangene Woche endgültig grünes Licht. Im Rahmen dieser 10 Milliarden US-Dollar teuren Vereinbarung soll Volkswagen je nach Wahl der Kunden die Autos entweder zurückkaufen oder - sofern die Behörden dies genehmigen - umbauen. In dem Betrag sind zudem direkte Geldzahlungen an die Autobesitzer enthalten.

Zudem soll Volkswagen mindestens 2,7 Milliarden Dollar in einen Umweltfonds einzahlen. Mit dem Geld wollen US-Behörden etwa Truck-Besitzer beim Kauf eines umweltfreundlicheren neuen Lastwagens unterstützen oder alte, viel Schadstoff ausstoßende Schulbusse ersetzen. Weitere 2 Milliarden Dollar muss Volkswagen laut dem Vergleich gestreckt über zehn Jahre für Initiativen zur Förderung von Nullemissionsautos ausgeben. Zusammen mit Entschädigungen an rund 650 amerikanische Volkswagen-Händler summieren sich die Zahlungen auf bislang bis zu rund 16 Milliarden Dollar.

Die Drei-Liter-Fahrzeuge sind generell größer und teurer als die 2-Liter-Autos, was im Falle eines verpflichtenden Rückkaufs sehr teuer für Volkswagen werden könnte. Unter den betroffenen Modellen sind die Audi-Quattro-Modelle A6 und A7 aus den Jahren 2014 bis 2016, Porsche Cayennes von 2013 bis 2016 und Volkswagen Touaregs der Jahre 2009 bis 2016.

Auch außerhalb der USA drohen Volkswagen Forderungen von Kunden und Behörden. Dort dürften die Zahlungen aber deutlich geringer ausfallen. Etwa für Europa, wo Volkswagen viel mehr betroffene Dieselautos verkauft hat, plant der Autohersteller kein Wiedergutmachungsprogramm vom Ausmaß der US-Entschädigungen: Die Stickoxidgrenzwerte seien in den USA viel strenger, teilte das Unternehmen dazu schon im Juni mit.

Volkswagen ist außerdem den Forderungen von Aktionären ausgesetzt. Sie bemängeln vor allem, Volkswagen habe zu spät über den Abgasskandal informiert, und fordern einen Ausgleich für Kursverluste. Der Autokonzern behauptet, sich an die Regeln der Aktiengesetze gehalten zu haben.

Volkswagen hat für die Kosten des Abgasskandals in der eigenen Bilanz bislang Rückstellungen von 18,2 Milliarden Euro gebildet.