Martin Winterkorn Volkswagen

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kündigte eine umfassende Aufklärung des Abgasskandals an. - Bild: dpa

"Es tut mir zutiefst leid, dass wird das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit gebrochen haben", sagte Winterkorn. Zugleich kündigte er eine externe Untersuchung an sowie "volle Kooperation" zur Aufklärung der Fakten.

Ein Firmensprecher sagte: "Wir haben das gegenüber der Behörde eingeräumt. Der Sachverhalt trifft zu. Wir arbeiten aktiv mit der Behörde zusammen."

Die US-Umweltbehörde EPA wirft dem Konzern vor, mit einer Software Vorgaben zur Luftverschmutzung umgangen zu haben. Seit 2008 wurde demnach in fast einer halben Million Autos die beanstandete Software installiert. Dem Konzern drohten Strafen von bis zu 37.500 US-Dollar pro Auto, hieß es von Behördenvertretern. Das wäre eine Gesamtstrafe von mehr als 18 Milliarden Dollar. Erfahrungsgemäß dürfte sie allerdings deutlich niedriger ausfallen, meinen Beoabachter mit Blick auf andere Fälle der Vergangenheit.

Welche Modelle sind betroffen?

Insgesamt geht es laut EPA um 482.000 Vier-Zylinder-Modelle von Volkswagen der Modelljahre 2009 bis 2014 - insbesondere um die VW-Modelle Jetta, Beetle und Golf sowie um das Audi-Modell A3. Außerdem um das VW-Modell Passat seit dem vergangenen Jahr (Spiegel).

Praxis von Abgastests auch in Europa untersuchen

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer fordert nun auch, die Praxis von Abgastests in Europa zu untersuchen. "Sicherlich müssen jetzt auch die EU-Kommission und das Bundesverkehrsministerium den Dingen nachgehen und klären, inwieweit diese Software auch in Europa und Deutschland eingesetzt wurde und falsche Abgaswerte vorgaukelt", sagte Dudenhöffer den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, Westdeutsche Allgemeine).

Der Autofachmann Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaftin Bergisch Gladbach sagte, bei VW müsse es strukturelle Änderungen geben. "Da ist etwas fundamental schiefgegangen bei VW", sagte Bratzel der Deutschen Presse-Agentur. Es sei sehr verwunderlich, dass die mutmaßlichen Machenschaften der amerikanischen US-Tochter nicht längst an Wolfsburg gemeldet worden seien und das Durchgreifen der Konzernspitze nach sich gezogen hätte (dpa).