Martin Winterkorn: "Für mich ist unser Konzern viel mehr als die Summe seiner Teile. Dazu braucht

Martin Winterkorn: "Für mich ist unser Konzern viel mehr als die Summe seiner Teile. Dazu braucht es die richtige Balance zwischen zentraler Führung und noch mehr Eigenständigkeit. Und genau das ist ein Leitgedanke für die neuen Strukturen, an denen wir arbeiten." - Bild: VW

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat gegenüber Mitarbeiten die Wichtigkeit einer zentralen Konzernführung hervorgehoben. Europas größter Autohersteller müsse eine starke zentrale Macht behalten.

Gleichzeitig würden mehr Entscheidungen an regionale Manager und an die Hauptmarken des Konzerns delegiert würden, so Winterkorn bei einer Mitarbeiterversammlung am Stammwerk in Wolfsburg.

“Für mich ist unser Konzern viel mehr als die Summe seiner Teile”, sagte Winterkorn am Mittwoch zu den Werksmitarbeitern. “Dazu braucht es die richtige Balance zwischen zentraler Führung und noch mehr Eigenständigkeit. Und genau das ist ein Leitgedanke für die neuen Strukturen, an denen wir arbeiten.” Das Protokoll der Aussagen lag dem “Wall Street Journal” vor.

Noch keine Entscheidung über mögliche Holdinggesellschaften

In der deutschen Presse war Winterkorn zuvor die Absicht nachgesagt worden, er wolle die zwölf Marken des Konzerns in vier Holdinggesellschaften organisieren, die von den wichtigsten Marken angeführt werden – Volkswagen-Pkw, Audi AG, Porsche-Sportwagen und die organisierte Lkw-Sparte

“Es ist möglich, dass wir uns in diese Richtung bewegen könnten, aber darüber wird immer noch diskutiert, und es ist keine Entscheidung gefallen”, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Winterkorn hatte hochrangigen Volkswagen-Managern am 7. Mai in einer globalen Telefonkonferenz gesagt, er werde bis Oktober eine neue Struktur präsentieren, die darauf abzielt, den Konzern wettbewerbsfähiger zu machen. Gespräche über die neue Struktur konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen dem zentralen Management in Wolfburg, dem Management der Hauptmarken und regionalen Organisationen.

Die Gespräche sollen den Sommer über fortgesetzt werden, um eine Entscheidung bei der Sitzung des Aufsichtsrates im September vorzubereiten.

Regionalmanager könnten Entscheidung über lokale Strategien und Modelle beschleunigen

Es scheint bereits einen Konsens zu geben zwischen dem Volkswagen-Management, den Familien Porsche und Piech, die die Stimmrechtsaktien kontrollieren, und den Arbeitnehmervertretern, dass Regionalmanager in großen Märkten wie den Vereinigten Staaten, China und Brasilien mehr Autonomie von Wolfsburg benötigen, um Entscheidung über lokale Strategien und Modelle zu beschleunigen.

Die schwierigere Frage ist, wie sichergestellt werden kann, dass Wolfsburg immer noch die Macht hat, sicherzustellen, dass sich regionale Manager an die Unternehmenspolitik halten – etwa an Bestrebungen zur Harmonisierung des Produktionsprozesses über alle Marken hinweg.

“Richtig ist: Wir müssen und wir werden noch mehr Verantwortung in die Marken und Regionen geben”, sagte Winterkorn laut dem Protokoll. “Aber ich sage auch: Dieser Konzern braucht auch in Zukunft eine leistungsfähige und starke Zentrale hier in Wolfsburg.”

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke