Volkswagen Vorstand

In der Krise um manipulierte Abgaswerte von Dieselmotoren baut Volkswagen die Konzernstruktur um. Die einzelnen Marken sollen stärker vom Konzernvorstand koordiniert werden und mehr Verantwortung für die Regionen erhalten. - Bild: VW

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat am Freitag beschlossen, den Marken und Regionalorganisationen des Autokonzerns mehr Eigenverantwortung für viele Aufgaben zu geben. Die bei dem Konzern selbst angesiedelten übergeordneten Abteilung sollen sich künftig stärker "auf Effizienzen und Zukunftsthemen" konzentrieren, wie Volkswagen mitteilte.

"Ein wesentlicher Punkt ist: Wir fahren die Komplexität im Konzern zurück", sagte der geschäftsführende Vorsitzende des Volkswagen-Aufsichtsrats, Berthold Huber, laut einer Mitteilung des Autoherstellers. Die Entwicklungen der vergangenen Tage hätten die Dringlichkeit des Vorhabens bestätigt. Volkswagen werde deshalb "keine Zeit verlieren" und die neue Führungsstruktur Anfang 2016 umsetzen.

Im Zuge des Umbaus fällt den Angaben zufolge im Konzernvorstand das Ressort Produktion weg. Die Produktionsaufgaben würden künftig stärker "in den Marken und Regionen eigenständig" organisiert, zitierte Volkswagen den Aufsichtsratschef Huber. Bislang ist Thomas Ulbrich Produktionsvorstand des Konzerns.

Klingler geht, Maier übernimmt bei Skoda

Bernhard Maier
Neuer Skoda-Chef wird Bernhard Maier, der bislang Porsche-Vertriebsvorstand ist. - Bild: Porsche

Den Volkswagen-Vorstand verlässt zudem der Vertriebsvorstand Christian Klingler. Dies stehe nicht im Zusammenhang mit den Abgas-Manipulationen, teilte Volkswagen mit. Klingler habe "unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsstrategie" vertreten. Matthias Müller wird das Ressort zunächst kommissarisch selbst übernehmen.

Gemeinsam mit der Verkleinerung der Konzern-Führung verlagert Volkswagen Teile der Verantwortung auf untergeordnete Markengruppen. Das Unternehmen bildet den Angaben zufolge jeweils eigene Strukturen für das Volumen-, Premium-, Sport- und Nutzfahrzeuggeschäft. Volkswagen stärkt darüber hinaus die Regionalverantwortlichen.

Das gilt auch für Nordamerika: Volkswagen bildet eine eigene Regionalorganisation für die Märkte USA, Mexiko und Kanada. Ihre Führung übernimmt den Angaben zufolge zum 1. November Winfried Vahland, der bislang Vorstandschef von Skoda ist. Neuer Skoda-Chef wird Bernhard Maier, der bislang Porsche-Vertriebsvorstand ist. Michael Horn bleibt Präsident der Volkswagen Group of America.

Der Vertrag des Vorstandsmitglieds für Beschaffung, Javier Garcia Sanz, wird um fünf Jahre verlängert.

Quelle: Youtube/Volkswagen Group

Stadler und Renschler: Alles wie gehabt...

Die Hauptmarke VW sowie ihre beiden Schwestern Seat und Skoda sollen jeweils durch ein Vorstandsmitglied in der obersten Konzernführung vertreten werden. Bei VW ist dies der frühere BMW-Manager Herbert Diess.

Für die Sportwagen wird eine Gruppe mit Porsche, Bentley und Bugatti gebildet, die vom neu gekürten Konzernchef Müller geleitet wird. Die von Rupert Stadler geführte Gruppe aus Audi, dem Luxussportwagen Lamborghini und dem italienischen Motorradhersteller Ducati bleibt unverändert. Der Holding für die Lkw-Töchter MAN und Scania steht weiter der von Daimler zu Volkswagen gewechselte Andreas Renschler vor.