Matthias Müller

VW-Chef Matthias Müller kündigt an, dass sein Konzern mögliche Nachzahlungen bei der Kfz-Steuer übernehmen wird. - Bild: Porsche

Die falschen Werte könnten "Auswirkungen auf bereits festgesetzte oder noch festzusetzende Steuern und sonstige Abgaben haben, soweit CO2-bzw. Verbrauchswerte für die Besteuerung herangezogen werden", schrieb Konzernchef Matthias Müller in einem Brief an die Finanzminister der EU-Länder, der Dow Jones Newswires vorliegt. "Das könnte auch in Ihrem Land der Fall sein", schrieb er und entschuldigte sich dafür, die Minister "mit dieser extrem unerfreulichen Angelegenheit befassen zu müssen".

Müller bat auch darum, "nötigenfalls durch entsprechende rechtliche oder administrative Vorkehrungen sicherzustellen, dass die zuständigen Steuerbehörden nicht unsere Kunden, sondern Volkswagen direkt mit etwaigen Mehrsteuern belasten."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte vor zwei Tagen im Bundestag gefordert, dass Volkswagen wegen des Abgasbetrugs auch rückwirkend für höhere Kfz-Steuern der VW-Besitzer aufkommen müsse. Von den falschen Angaben zu Verbrauch und CO2-Ausstoß sind nach derzeitigem Erkenntnisstand 800.000 Autos betroffen. Davon verfügen 98.000 über einen Benzinmotor.

Noch könne der Konzern keine verlässlichen Angaben zu den tatsächlichen Abgaswerten machen, sei aber "bestrebt, schnellstmöglich eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den relevanten Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns vorzunehmen", schrieb Müller weiter. "Darüber sind bereits Gespräche mit den zuständigen Genehmigungsbehörden geführt worden." Die Sicherheit der Fahrzeuge sei in keinem Fall beeinflusst, betonte er. Die Steuerbehörden in allen Ländern würden über die neuen CO2-Prüfwerte informieren, sobald diese vorlägen.

Zudem richte Volkswagen ein mehrsprachiges Beratungszentrum ein, das den Kunden rund um die Uhr für alle Anfragen zur Verfügung stehen werde.