Matthias Müller

Es sei der Anspruch des Konzerns, "aus den gemachten Fehlern" zu lernen und eine neue Unternehmenskultur zu etablieren, so Volkswagen-Chef Matthias Müller. - Bild: VW

Der Konzern will im Jahr 2025 einen Milliarden-Euro-Umsatz mit Mobilitätsdienstleistungen erwirtschaften, zugleich jährlich zwei bis drei Millionen Elektroautos verkaufen und die operative Konzernrendite innerhalb der nächsten rund zehn Jahre von jüngst 6,0 auf 7 bis 8 Prozent steigern.

Die Ziele hat Volkswagen-Chef Matthias Müller am Donnerstagmittag mit der Vorstellung einer neuen Konzernstrategie ausgegeben. Der Autohersteller plant damit nach eigenen Angaben den "größten Veränderungsprozess in der Geschichte des Unternehmens".

Ein noch zu gründendes "Geschäftsfeld" für Mobilitätslösungen bezeichnete Konzernchef Müller gar als künftige "zweite Säule" des Unternehmens. Der Konzernteil soll nach seinen Worten bald Dienste wie Robotertaxis, Carsharing und Transportlösungen anbieten. Volkswagen werde "daran arbeiten, Mobilität neu zu definieren", versprach Müller bei der Pressekonferenz zur "Strategie 2025" in Wolfsburg.

Insgesamt plant Volkswagen nach den Worten von Müller, bis zum Jahr 2025 einen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag in den Umbau des Konzerns zu investieren. Mit dem Betrag will Müller auch das Kerngeschäft, den Autobau, stark verändern: Volkswagen werde etwa die Batterietechnologie zu einer Kernkompetenz machen und dafür "alle strategischen Optionen gründlich prüfen", kündigte der Konzernchef an. Durch eine "Elektrifizierungsoffensive" werde Volkswagen zudem in den nächsten neun Jahren "mehr als 30 vollelektrische neue Fahrzeuge auf den Markt bringen".

Kernthema KI

Der Autokonzern kündigte zudem an, sich verstärkt um selbstfahrende Autos zu bemühen - und etwa Künstliche Intelligenz zu einem Kernthema für sich zu machen. Schon für den Wechsel der Dekade versprach Müller vollautonome Autos mit einem von Volkswagen entwickelten Steuerungssystem.

Um das eigene Entwicklungstempo entsprechend zu steigern, plant der Autohersteller laut Müller "künftig stärker auf Zukäufe und Venture-Capital-Investitionen" zu setzen. "Wir geben uns nicht mehr der Illusion hin, alles besser zu können oder alles selbst entwickeln zu müssen", sagte der Konzernchef.

Das bedeute einen Paradigmenwechsel, spare aber "viel Zeit und Geld". Eine Partnerschaft kündigte der Konzern auch für die Entwicklung eines Günstig-Autos an. Gespräche mit potenziellen asiatischen Mitstreitern seien in einem "fortgeschrittenen Stadium", sagte Müller.

Marke Volkswagen soll sparen

Auch darüber hinaus plant Volkswagen den Angaben zufolge deutliche Effizienzverbesserungen zur Finanzierung des Wachstums bei Zukunftsgeschäften.

Sowohl die Sachinvestitionen als auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung wollen die Verantwortlichen des Autokonzerns erheblich senken - und damit den Ertrag nach eigenen Angaben "in signifikanter Höhe" steigern. Vor allem die Marke Volkswagen soll sparen.

Der Markenvorstand und der Betriebsrat arbeiteten dazu an einem "Zukunftspakt", sagte Müller. Vorgesehen ist nach den Worten des Konzernchefs auch, die Zahl von derzeit konzernweit rund 340 Modellvarianten zu reduzieren und statt mit bislang zwölf künftig nur noch mit vier Fahrzeugbaukästen zu arbeiten.

Im Mittelpunkt der Sparbemühungen steht zudem das Geschäft mit Komponenten - also Teilen, die viele andere Autohersteller von Zulieferern beziehen. Die Aktivitäten werde Volkswagen konzernweit bündeln, kündigte Müller an. Das gebe dem Geschäft "mehr unternehmerische Freiheit".

Müller setzt sich gegen Audi durch

Mit dem Vorhaben hat sich Müller nach Informationen von Dow Jones Newswires gegen Bedenken der Konzerntochter Audi durchgesetzt. Die dortigen Verantwortlichen verwiesen nach den Angaben von zwei informierten Personen auf die schon seit Jahren vergleichsweise niedrigen Kosten des Audi-Motorenwerks in der ungarischen Stadt Gyor - und warnten davor, dass eine Zusammenlegung der Komponentenwerke den konzerninternen Wettbewerb schwäche.

Müller versprach am Donnerstag zudem Veränderungen an der Unternehmenskultur. "Wir haben ohne Zweifel gravierende Schwächen", sagte er offenkundig auch angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte. Es habe sich Selbstgefälligkeit "im Laufe der Jahre in unser Denken und Handeln eingeschlichen". Volkswagen werde nun "eine offene, werteorientierte, auf Integrität aufbauende Unternehmenskultur etablieren", sagte Müller zu.

Bilderstrecke: Die leistungsstärksten Automobilkonzerne der Welt

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    Platz 17: Tesla mit einem API-Index von 16,4 Prozent. - Bild: Tesla

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