WOLFSBURG (Dow Jones/rm). Zwischen Januar und Juni verdiente Europas größter Automobilkonzern mit 1,8 Mrd EUR mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie die Wolfsburger am Donnerstag mitteilten.

Vor allem dank der anziehenden Nachfrage in China, Brasilien und den USA hatte Volkswagen im ersten Halbjahr mit 3,6 Millionen Golf, Polo, Passat, Audi, Skoda und Co 16% mehr Autos verkauft. Allerdings waren die Vorjahreszahlen sehr schwach: Zu Jahresbeginn 2009 hatten die Kunden in der Wirtschaftskrise einen großen Bogen um die Autohäuser gemacht. Erst mit der Abwrackprämie stiegen auch die Verkäufe wieder, wovon Volkswagen stark profitierte.

Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 21% auf 61,8 Mrd EUR. Operativ verdiente der Konzern mit 2,8 Mrd EUR mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte VW auch von günstigen Wechselkursen. Der aufgrund der Schuldenkrise einiger europäischer Staaten im Vergleich zum US-Dollar schwache Euro macht aus Europa in die USA exportierte Autos billiger.

Der staatliche Verschrottungsbonus hatte VW 2009 trotz Wirtschaftsflaute einen neuen Verkaufsrekord beschert. Mit 6,3 Millionen Neuwagen übertrafen die Wolfsburger den Vorjahreswert um 1,1% und kamen dem Ziel, Toyota bis 2018 an der Weltspitze zu überholen, ein Stück näher. Die staatlichen Prämien kurbelten jedoch vor allem die Verkäufe günstigerer und weniger profitabler Kleinwagen an.

Im laufenden Jahr will die weltweite Nummer drei dank zahlreicher neuer Modelle deutlich mehr Neuwagen verkaufen und auch operativ deutlich mehr verdienen.