So sonnig wie auf diesem Bild sieht es für den VW nicht aus. Denn zwei Drittel der Mitarbeiter sind mit dem Vorstand unzufrieden.

So sonnig wie auf diesem Bild sieht es für den VW nicht aus. Denn zwei Drittel der Mitarbeiter sind mit dem Vorstand unzufrieden. - Bild: Pixabay

Für mehr als zwei von drei Befragten ist die Arbeit der Top-Manager laut einer Betriebsratsumfrage „nicht überzeugend“, wie aus Unterlagen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Fast zwei Drittel fühlen sich zudem schlecht informiert. Ein Sprecher des Betriebsrates sagte, die Auswertung der Umfrage mit mehr als 51.000 Beteiligten in Deutschland dauere noch an. Die Ergebnisse sollten der Belegschaft bei Betriebsversammlungen vorgestellt werden. In Wolfsburg sei dies für Ende Februar geplant.

Der Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh und Konzernchef Matthias Müller hätten über erste Resultate gesprochen und ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, sagte der Sprecher. Dabei gehe es auch um die unternehmensinterne Information. Zuvor hatte die Bild-Zeitung über die Umfrage berichtet. Der Untersuchung zufolge sieht nur ein Viertel der Befragten die von Müller versprochene Verbesserung der Unternehmenskultur.
Personalvorstand Karlheinz Blessing sagte in einem internen Interview: „Sicher: Wer viel tut, der macht nicht alles richtig. Das gilt für jeden.“ Er betonte aber, das Thema Diesel werde unverändert mit großem Kraftaufwand aufgearbeitet, die Transformation des Unternehmens sei sozialverträglich in Gang gesetzt. „Eine Kulturveränderung kann man nicht kurzfristig umsetzen, sie erfordert Zeit.“ Insgesamt beteiligten sich laut Volkswagen 79 Prozent von weltweit rund 570 000 befragten Beschäftigten an der Umfrage. Davon sähen 87 Prozent in Volkswagen einen attraktiven Arbeitgeber.

Das sind die Gründe für den Missmut

Osterloh sagte im VW-Intranet zur Kritik am Unternehmen: „Die interne Kommunikation benötigt Reformen, der Kulturwandel kommt nicht aus den Startlöchern, etliche Kolleginnen und Kollegen machen sich langfristig Sorgen, ob sie gesund in die Rente kommen. Und, für mich besonders alarmierend: Die große Mehrheit der Befragten fühlt sich auf dem Weg in die Zukunft unzureichend eingebunden - das darf nicht sein.“
Darüber hinaus zweifelten die Beschäftigten daran, „dass bei Volkswagen Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung tatsächlich noch als gleichrangige Unternehmensziele gesehen werden. Diese Befürchtung müssen wir sehr ernst nehmen“, sagte Osterloh. Blessing betonte, für jeden Standort sei eine Perspektive für die Zukunft entwickelt worden: „Wir unternehmen enorme Anstrengungen, Arbeit bei Volkswagen dauerhaft zukunftsfest zu machen.“
Der Betriebsratssprecher sagte, die große Mehrheit der Kollegen wünsche sich tarifliche Wahlmöglichkeiten für mehr Entgelt oder mehr Freizeit. 73 Prozent hätten gerne mehr flexible Arbeitszeitmodelle, zwei Drittel können Privat- und Berufsleben gut vereinbaren.