Anhaltende politische Unsicherheiten, starke Schwankungen der Währungen sowie die schwierige

Anhaltende politische Unsicherheiten, starke Schwankungen der Währungen sowie die schwierige Entwicklung in Märkten wie Russland oder Brasilien stellten den Konzern "vor große Herausforderungen". - Bild: VW

Der VW-Konzern hat im vergangenen Jahr sein Renditeziel erreicht. 6,3 Prozent des Umsatzes blieben als Gewinn des laufenden Geschäfts. Im angefangenen Jahr dürfte die Marge des Unternehmens aber stagnieren.

Der Konzern stellte für das Jahr 2015 am Freitag eine operative Rendite zwischen 5,5 und 6,5 Prozent in Aussicht und wiederholte damit die Prognose, die der Konzern schon für das Vorjahr ausgegeben hatte.

Angesichts eines deutlichen Anstiegs beim Nettoergebnis dürfen Volkswagen-Aktionäre gleichwohl mit einer erheblich höheren Dividende rechnen. Die Konzernverantwortlichen wollen die Ausschüttung je Vorzugsaktie von 4,06 Euro im Vorjahr auf 4,86 Euro erhöhen. Inhaber von Stammaktien sollen für das Jahr 2014 je Papier 4,80 Euro erhalten, nach 4,00 Euro im Vorjahr.

Massengeschäft im vergangenen Jahr unter Druck

Volkswagen stand im Massengeschäft im vergangenen Jahr angesichts von ungünstigen Bedingungen in vielen Ländern unter Druck: In Südamerika und Osteuropa war die Nachfrage schwach. In den USA verfehlte VW den Geschmack vieler potenzieller Kunden und verkaufte deshalb weniger Autos als im Vorjahr. Analysten werteten die Abwertung des Euro in der zweiten Jahreshälfte aber als eine gewisse Entlastung für die Ergebnisse auf einigen Märkten. Zudem blieb etwa die Premiummarke Audi gemessen an den Auslieferungszahlen hoch erfolgreich. Volkswagen sprach am Freitag zudem von positiven “Volumen- und Mixeffekten” und niedrigeren Produktkosten.

Den nach einer Aufsichtsratssitzung veröffentlichten Eckdaten zufolge steigerte der Volkswagen-Konzern das operative Jahresergebnis aus den Gründen von 11,67 Milliarden im Vorjahr auf 12,70 Milliarden Euro. Der Autohersteller übertraf damit leicht die Erwartungen der von “Dow Jones Newswires” befragten Analysten. Die Branchenexperten waren im Durchschnitt von 12,43 Milliarden Euro Gewinn aus dem laufenden Geschäft ausgegangen. Der Umsatz des Konzerns verbesserte sich ebenfalls etwas stärker als erwartet um 2,8 Prozent auf 202,46 Milliarden Euro.

China-Geschäft wächst rasant

Als enorm schnell wachsendes Geschäft erwiesen sich im vergangenen Jahr abermals Volkswagens Aktivitäten in China. Sie sind der bedeutendste Grund dafür, dass Volkswagen mit 10,14 Millionen Autos und Lastwagen 4,2 Prozent mehr Fahrzeuge als im Vorjahr auslieferte und damit gemessen am globalen Absatz nur knapp hinter dem weltgrößten Automobilhersteller Toyota zurückblieb.

Die Geschäfte in China betreibt Volkswagen allerdings gemeinsam mit chinesischen Partnern, so dass sie zum großen Teil nur in das Finanzergebnis, also nicht in den Umsatz und in die operativen Gewinn-Kennzahlen des Konzerns einfließen. Volkswagens Nettogewinn erhöhte sich offenkundig auch deshalb noch weit stärker als das Ergebnis des laufenden Geschäfts: Nach Steuern und Dritten verdiente der Konzern 10,85 Milliarden Euro und damit rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten mit einer Verbesserung auf 10,96 Milliarden Euro gerechnet.

Positive Effekte durch das Modulare Baukastensystem erwartet

Mit der eigenen Prognose für das angefangene Jahr blieb Volkswagen gleichwohl zurückhaltend. Der Konzern wies in dem am Freitag veröffentlichten Ausblick auf “gedämpfte Wachstumsaussichten in Regionen außerhalb Chinas” hin. “Anhaltende politische Unsicherheiten, starke Schwankungen der Währungen sowie die schwierige Entwicklung in Märkten wie Russland oder Brasilien” stellten den Konzern “vor große Herausforderungen”. Vor dem Hintergrund sagte das Unternehmen für das Jahr 2015 eine Umsatzsteigerung von bis zu vier Prozent voraus.

Positive Effekte verspricht sich Volkswagen abermals von der Nutzung des sogenannten Modularen Baukastensystems bei der Produktion von immer mehr Modellen und weiteren Sparprogrammen. Die operative Marge des Gesamtkonzerns soll dennoch in der Bandbreite von 5,5 bis 6,5 Prozent bleiben. Für die PKW-Sparte geht Volkswagen von einer Gewinnspanne zwischen 6,0 und 7,0 Prozent aus.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke