Volkswagen Jones Day Durchsuchung

Die Ausdehnung der Ermittlungen gegen den Premiumautobauer Audi auf die US-Kanzlei Jones Day schlägt bei der Konzernmutter Volkswagen hohe Wellen. - Bild: Pixabay

Der Volkswagen-Konzern hat sich ausdrücklich gegen die Durchsuchung der von ihm beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Jones Day verwehrt. "Wir halten das Vorgehen der Staatsanwaltschaft München in jeder Hinsicht für inakzeptabel", teilte der Wolfsburger Konzern in einer Stellungnahme mit.

Die Durchsuchung einer vom Unternehmen beauftragten Rechtsanwaltskanzlei verstoße nach Auffassung von Volkswagen klar gegen die in der Strafprozessordnung festgeschriebenen rechtsstaatlichen Grundsätze. Dies habe auch das Bundesverfassungsgericht im Fall einer anderen Kanzlei ausdrücklich hervorgehoben.

VW sieht Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze

"Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen", kündigte der DAX-Konzern an.

Laut einem Bericht des Handelsblatts erfolgte die Durchsuchung der Kanzlei im Rahmen der Razzia bei Volkswagens Premiumtochter Audi. Die Beamten seien im Zuge der Razzia bei Audi auf der Suche nach Unterlagen gewesen, die Aufklärung über den Betrug bei Abgaswerten von Dieselautos geben, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit den Vorgängen vertrauten Kreisen. Jones Day ist von Volkswagen mit den internen Ermittlungen der Dieselaffäre beauftragt worden.

Dieselgate: Der VW-Abgas-Skandal in Bildern

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    Die Manipulationen von Dieselmotoren haben Volkswagen in die teuerste und heftigste Krise der Firmengeschichte gestürzt. Die Ereignisse des VW-Skandals im Überblick. Bild: Pixabay/VW

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    2005-2006: Medienberichten zufolge soll bereits während der Amtszeit von VW-Chef Bernd Pischetsrieder (links) und VW-Markenchef Wolfgang Bernhard (rechts) die Entscheidung zum Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Fahrzeugen gefallen sein. Bilder: acatech-D. Ausserhofer/ Daimler

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    2007: Martin Winterkorn, der bisher die VW-Tochter Audi geleitet hatte, übernimmt die Nachfolge von Konzernchef Pitschetsrieder. Bild: VW

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    Erst knapp drei Wochen später, am 20. September 2015, nachdem die EPA die Vorwürfe öffentlich gemacht hat, kündigt Winterkorn eine umfassende Erklärung an. Drei Tage danach muss er von seinem Posten als VW-Vorstandsvorsitzender zurücktreten. - Bild: VW

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    Sein Nachfolger wird am 25. September 2015 der damalige Porsche-Chef Matthias Müller, der den Abgasskandal als "größte Bewährungsprobe" für VW bezeichnet. Unterdessen rollt in den USA eine regelrechte Klagewelle auf den Konzern zu. - Bild: VW

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    Anfang Oktober stellt VW eine Internetseite bereit, auf der Kunden prüfen können, ob ihr Fahrzeug mit einem manipulierten Diesel-Motor fährt - Weltweit sind dies rund 11 Millionen Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi, Seat und Skoda. - Bild: Screenshot/VW

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    Für den EX-VW-Chef Martin Winterkorn wird die Sachlage im Abgasskandal immer ungemütlicher. Laut einer umfangreichen Mitteilung des Konzerns zu den zeitlichen Abläufen hätte der Manager schon weit vor Bekanntwerden des Skandals von den Manipulationen wissen können. Recherchen von NDR, WDR und SZ kommen gar zudem Ergebnis, dass der VW-Konzern die Affäre bewusst verschwiegen hat. - Bild: Audi AG/CC BY-NC-SA 2.0/flickr

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    Am 10. März 2016 muss dann auch US-Chef Michael Horn überraschend seinen Hut nehmen. Unterdessen sollen bei VW entgegen ursprünglicher Ankündigungen nun doch Stellen gestrichen werden: Jeder zehnte Arbeitsplatz in der Verwaltung, insgesamt rund 3.000 Stellen, soll wegfallen. - Bild: VW

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    Während die Klagewelle gegen VW weiter rollt, einigt sich VW Ende April mit den US-Behörden auf ein weiteres Vorgehen im Abgasskandal. Anfang Juni 2016 kommt in Europa die größte Rückrufaktion der VW-Geschichte in Gang, nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt die Umrüstung hunderttausender VW-Autos genehmigt hat. - Bild: VW

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    Am 10. September 2016 räumt ein VW-Ingenieur vor einem US-Gericht seine Mitschuld am VW-Abgas-Skandal ein und sagt aus, dass die Arbeit an der Manipulations-Software bereits im Jahre 2006 begonnen habe. Unterdessen tauchen in den Medien neue Berichte auf, wonach Ex-VW-Chef Winterkorn Ende Juli 2015 von VW-Entwicklern über die illegale Software unterrichtet worden sein soll. - Bild: Screenshot/Youtube/Tagesschau

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    Im November 2016 Stellt VW ein Reformpaket vor, das bis zum Jahr 2015 unter anderem milliardenschwere Investitionen in alternative Antriebsarten und einen weltweiten Stellenabbau beinhaltet. Zudem wird mit "Moia" eine neue Marke für Mobilitätsservice vorgestellt. - Bild: VW

  • VW, Jahreshauptversammlung

    Mitte Januar 2017 kann in Wolfsburg wenigstens teilweise aufgeatmet werden: Die milliardenschwere Einigung zwischen Volkswagen und der US-Regierung ist in trockenen Tüchern. Teil der Vereinbarung ist neben der Strafzahlung von 4,3 Milliarden US-Dollar ein Schuldeingeständnis des DAX-Konzerns, etwa einer halbe Million Dieselautos in den USA manipuliert und die Justiz bei ihren Ermittlungen behindert zu haben. Gleichzeitig wurde allerdings bekannt, dass.... - Bild: VW

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    sechs VW-Manager im Zuge des Abgasskandals von den US-Behörden beschuldigt werden - einer wurde vom FBI verhaftet. Der zuständige Richter entschied am Donnerstag, dass Oliver S. nicht gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt werde. Angesichts der Schwere der Vorwürfe und der Tatsache, dass der Manager in Deutschland geboren sei und dort lebe, bestehe Fluchtgefahr, erklärte Richter William Turnoff und verweigerte eine Freilassung auf Kaution. Dem Manager drohe eine lebenslange Freiheitsstrafe. - Bild: fotolia/Ingo Bartussek

  • Winterkorn, VW, Abgasskandal

    Seit Ende Januar ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun auch gegen Ex-VW-Chef Winterkorn. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht gegen Winterkorn und weitere 37 Beschuldigte der "Anfangsverdacht des Betruges und der strafbaren Werbung nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb". Die Ermittlungen hätten zureichende Anhaltspunkte dafür erbracht, dass Winterkorn früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte. - Bild: VW