Dieselskandal und mangelnde Ideen in Sachen E-Mobilität - Volkswagen will sein ramponiertes Image mit Personalwechsel an der Spitze und Konzernumbau wieder aufpolieren

Dieselskandal und mangelnde Ideen in Sachen E-Mobilität - Volkswagen will sein ramponiertes Image mit Personalwechsel an der Spitze und Konzernumbau wieder aufpolieren. - Bild: Volkswagen

So baut Volkswagen um:

Volkswagen hat seiner Führungsspitze eine Frischzellenkur verordnet. Hier die Neuerungen im Überblick:

  • Konzern wird in sechs Geschäftsfelder und die Region China gegliedert
  • Dr. Herbert Diess folgt Matthias Müller als Vorstandsvorsitzender des Konzerns
  • Aufsichtsrat dankt Matthias Müller für herausragende Verdienste
  • Wechsel an der Spitze des Bereichs Personal und Organisation – Gunnar Kilian folgt Karlheinz Blessing
  • Dr. Garcia Sanz scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus
  • Porsche-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume wird in Konzernvorstand berufen

Mit der von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen "Weiterentwicklung der Führungsstruktur" für den Konzern beschlossen. Damit setze Volkswagen den Wandel des Unternehmens konsequent fort und "tabliert eine noch effizientere Konzernsteuerung in einer Phase hoher Veränderungsdynamik im Unternehmen und der gesamten Automobilindustrie"

Zur neuen Struktur gehören personelle Veränderungen im Vorstand: Matthias Müller scheide im gegenseitigen Einvernehmen mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender aus. Zum Nachfolger hat der Aufsichtsrat Dr. Herbert Diess ernannt. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch dankte Müller ausdrücklich für sein Engagement: „Matthias Müller hat Herausragendes für den Volkswagen Konzern geleistet. Er hat im Herbst 2015 den Vorstandsvorsitz übernommen, als das Unternehmen vor der größten Herausforderung seiner Geschichte stand. Er hat Volkswagen nicht nur sicher durch diese Zeit gesteuert, sondern mit seinem Team den Konzern auch strategisch grundlegend neu ausgerichtet, den Kulturwandel in die Wege geleitet und mit großem persönlichen Einsatz dafür gesorgt, dass der Volkswagen Konzern nicht nur in der Spur geblieben ist, sondern robuster als jemals zuvor dasteht. Dafür gebührt ihm der Dank des gesamten Unternehmens“.

VW führt neue Markengruppen ein

Die Einführung der Markengruppen „Volumen“, „Premium“ und „Super Premium“ und die geplante Vorbereitung der Kapitalmarktfähigkeit von „Truck & Bus“ bilden die Voraussetzung für eine stärker subsidiäre Führung des Konzerns. Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Herbert Diess verantwortet in dieser Neuordnung die Konzernentwicklung- und Forschung, Rupert Stadler verantwortet den Konzernvertrieb und Oliver Blume die Konzernproduktion.

Video: Herbert Diess wird neuer Volkswagen-Konzernchef

Nach diesem Prinzip werden auch weitere Konzernfunktionen verteilt. Die Fahrzeug-IT wird aufgrund der besonderen Bedeutung der Vernetzung des Automobils von Herbert Diess selbst geführt; die Unternehmens IT von Frank Witter. Zukünftig soll die Beschaffung und Komponente in einem Ressort geführt werden.

Diese neue Aufteilung verschlankt die Konzernsteuerung, nutzt Synergien konsequent in den einzelnen operativen Einheiten und beschleunigt die Entscheidungen. „Ziel des Volkswagen Konzerns ist und bleibt es, das Unternehmen mit seinen Marken zukunftsfähig auszurichten, durch Innovationskraft und Ertragsstärke die Position im Spitzenfeld der internationalen Automobilindustrie abzusichern sowie die individuelle Mobilität von morgen mit der Kraft der Konzernmarken an führender Stelle mitzugestalten. Herbert Diess ist dafür der richtige Manager. Er hat bei der Neuausrichtung der Marke Volkswagen eindrucksvoll bewiesen, mit welchem Tempo und mit welcher Konsequenz er tiefgreifende Transformationsprozesse umsetzen kann. Diese Leistung hat ihn für das Mandat, unsere Strategie 2025 in den nun folgenden, entscheidenden Jahren vollständig umzusetzen, prädestiniert“, so Pötsch.

Nachhaltige Mobilität weiterehtwickeln

"Der Volkswagen Konzern ist ein Verbund starker Marken mit großem Potenzial. Matthias Müller hat die Weichen für den Wandel gestellt. Meine wichtigste Aufgabe wird es nun sein, gemeinsam mit der Führungsmannschaft und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Weg hin zu einem profitablen, weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität konsequent weiter zu verfolgen und zu forcieren. In einer Phase fundamentaler Umbrüche in der Automobilindustrie kommt es darauf an, dass Volkswagen Tempo aufnimmt und deutliche Akzente auf den Gebieten der Elektromobilität, der Digitalisierung des Autos und des Verkehrs sowie neuer Mobilitätsdienste setzt“, sagt Diess.

Porsche-Chef in VW-Vorstand berufen

In seiner heutigen Sitzung hat der Aufsichtsrat ebenfalls die Berufung von zwei neuen Konzernvorständen beschlossen. Zukünftig wird der Porsche Vorstandsvorsitzende Dr. Oliver Blume dem obersten Konzerngremium angehören.

Als neuer Konzernvorstand für das Personalressort wurde zudem der bisherige Generalsekretär des Konzernbetriebsrates Gunnar Kilian berufen. Er übernimmt das Ressort von Dr. Karlheinz Blessing, der seit Anfang 2016 dieses Ressort verantwortet. Blessing scheidet aus dem Vorstand im gegenseitigen Einvernehmen aus, steht dem Unternehmen aber weiterhin für die Dauer seines Dienstvertrags als Berater zur Verfügung. Pötsch dankte Blessing für die geleistete Arbeit: „Herr Blessing hat einen maßgeblichen Anteil an der Neuausrichtung des Konzerns in den vergangenen zwei Jahren gehabt. Im Rahmen des Zukunftspakts der Marke Volkswagen hat er ebenso mit großem Einsatz zur Weiterentwicklung der Marke VW beigetragen“.

Der für das Ressort Beschaffung zuständige Dr. Francisco Javier Garcia Sanz verlässt das Unterneh-men auf eigenen Wunsch. „Dr. Garcia Sanz hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein Beschaf-fungsressort modernster Prägung aufgebaut. Durch Führung der Diesel-Taskforce hat er maßgeblich zur Überwindung der Dieselkrise beigetragen. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Marke SEAT hat er zudem wesentlichen Anteil am Wiedererstarken der Marke gehabt.“, bedankte sich Pötsch. Kommissarisch wird der Vorstand Beschaffung der Marke VW, Ralf Brandstätter, dieses Amt in Personalunion übernehmen.

Volkswagen

  • Elektroauto Zhi Dou D1/D2

    Platz 10: Ins Ranking stieg 2017 dieser chinesische Autohersteller mit ein. Mit dem Modell Zhi Dou D1/D2, das im Jahr 2015 erstmals auf dem Markt erschien, wurde eine Produktion von 68.790 Exemplaren erreicht. Dies sind 42.340 Stück mehr als noch im Jahr zuvor. - Bild: Zhidou

  • Elektroauto Renault Zoe

    Platz 9: Mit 80.760 Stück des Renault Zoe erzielt der Autohersteller Platz neun im Ranking. In 2016 wurden bereits 54.810 Stück der Ausfertigung gebaut. - Bild: Renault

  • Elektroauto Baic EC-Series

    Platz 8: Erst 2016 stieg das Unternehmen Baic mit 4.130 E-Autos in die Elektromobilität ein. In knapp zwei Jahren steigerte das Unternehmen seine Produktion an E-Autos immens und knackte mit seinem Modell erstmals eine 5-stellige Zahl. Von 2016 auf 2017 erhöhte das Unternehmen die Produktion des Modells um das 18-fache, relativ also um 78.080 Stück. - Bild: VCG

  • Elektroauto BMW i3

    Platz 7: BMW fertigte im Jahr 2017 83.870 Exemplare des BMW i3 mehr an. Dies sind 25.250 Stück mehr als noch im Vorjahr und reicht für Platz 7. - Bild: BMW

  • Elektroauto BYD Qin

    Platz 6: Im Jahr 2016 waren es noch 68.520 Stück des BYD Qin, 2017 schon 89.260. Dadurch erhöhte BYD seine Produktion in den Jahren um volle 30 Prozent. - Bild: El monty/CC BY-SA 3.0

  • Elektroauto Toyota Prius

    Platz 5: Toyota steigerte die Produktion seines E-Autos Prius in den Jahren 2016 auf 2017 um 28.930 auf 95.820 Exemplare. - Bild: Kārlis Dambrāns/Latvia/CC BY 2.0

  • Elektroauto Mitsubishi Outlander

    Platz 4: Mitsubishi hat von seinem Outlander mit 135.170 Stück 19 Prozent mehr hergestellt als im Vorjahr. - Bild: Mitsubishi

  • Chevrolet Volt

    Platz 3: Auf dem Treppchen befindet sich der Chevrolet Volt. Dieses Elektromodell wurde im Jahr 2017 148.820 Mal gebaut. Ein Jahr vorher waren es schon 124.100 Exemplare. - Bild: Chevrolet

  • Elektroauto Tesla Model S

    Platz 2 : Eine hohe Anzahl an Elektromobilen besitzt auch Tesla. Genauer gesagt fertigte die Luxusmarke im vergangenen Jahr 193.660 Tesla des Model S an. Dies sind 45.060 mehr als noch 2016. - Bild: Tesla

  • Elektroauto Nissan Leaf

    Platz 1: Unumstrittener Gewinner ist Nissan nicht nur mit seinem Modell Nissan Leaf, sondern auch im Bezug auf den Gesamtbestand seiner E-Autos. Mit 282.530 produzierten Fahrzeugen und 291.980 Fahrzeugen im Bestand ist Nissan weltweit der mengenmäßige Marktführer. In 2017 wurden 43.550 Exemplare mehr produziert als im Vorjahr. - Bild: Nissan