Die anhaltend hohe Nachfrage aus Schwellenländern und die Erholung des US-Marktes haben die Kassen

Die anhaltend hohe Nachfrage aus Schwellenländern und die Erholung des US-Marktes haben die Kassen bei VW im bisherigen Jahresverlauf kräftig klingeln lassen (Bild: Volkswagen).

FRANKFURT (Dow Jones)–Angetrieben von den Verkäufen, die zwischen Januar und September um 14% auf knapp 6,2 Mio Wagen zulegten, stiegen die Einnahmen des DAX-Konzerns nach Angaben vom Donnerstag um gut ein Viertel auf 116,3 Mrd Euro. Operativ verdiente VW in den ersten neun Monaten fast 9 Mrd Euro, fast 90% mehr als vor Jahresfrist.

Der Nettogewinn stieg in den ersten neun Monaten um mehr als das Doppelte auf 13,6 Mrd Euro. Der Grund dafür liegt vor allem in einer Neubewertung der Optionen auf das Sportwagengeschäft von Porsche, die einen Sonderertrag von 6,8 Mrd Euro mit sich brachte. Mit den vorgelegten Zahlen schnitt Volkswagen durch die Bank besser ab als erwartet ab.

Volkswagen bekräftigte das Ziel, 2011 deutlich mehr erlösen und operativ verdienen zu wollen als noch im Vorjahr. “Allerdings werden die weiterhin volatilen Zins- und Wechselkursverläufe sowie Rohstoffpreise den positiven Volumeneffekt abschwächen”, hieß es von den Wolfsburgern.

Beim Absatz soll in diesem Jahr erstmals die Marke von 8 Mio Autos geknackt werden. 2010 waren insgesamt 7,2 Mio Fahrzeuge an die Kunden in aller Welt gebracht worden. VW will bis spätestens 2018 zum größten Autobauer der Welt aufsteigen.

Im dritten Quartal stiegen die Einnahmen des DAX-Konzerns um gut ein Viertel auf 38,5 Mrd Euro. Operativ verdiente VW knapp 2,9 Mrd Euro, fast die Hälfte mehr als vor Jahresfrist. Erfolgsgarant war einmal mehr die Premium-Tochter Audi, aber auch die Kernmarke Volkswagen wird immer profitabler.

Der Nettogewinn stieg im dritten Quartal auf Konzernebene um mehr als das Dreifache auf gut 7 Mrd Euro. Der Grund dafür liegt vor allem in einer Neubewertung der Optionen auf das Sportwagengeschäft von Porsche, die einen Sonderertrag von 4,7 Mrd Euro mit sich brachte. Dieser Schritt war nötig geworden, nachdem im September der ursprüngliche Plan einer Verschmelzung der beiden Unternehmen noch in diesem Jahr aufgrund rechtlicher Hürden abgeblasen worden war.

Mit den vorgelegten Zahlen schnitt Volkswagen durch die Bank besser ab als erwartet. Entsprechend positiv ist auch die Reaktion am Markt: Die Volkswagen-Aktie gewinnt in einem sehr festen Umfeld am späten Vormittag fast 7% auf 126,25 Euro. “Die Dynamik, mit der VW wächst, ist erstaunlich”, urteilt NordLB-Analyst Frank Schwope.

“Die gute Geschäftsentwicklung zeigt die Stärke und Stabilität des von uns eingeschlagenen Weges”, sagte Vorstandschef Martin Winterkorn. “Auch in den kommenden Monaten werden wir (…) die starke Position des Volkswagen-Konzerns auf den Weltmärkten ausbauen”. Der globale Marktanteil kletterte den Unternehmensangaben zufolge per Ende September auf 12,4%.
Volkswagen bekräftigte die Ziele für das laufende Jahr: “Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis des Konzerns im Jahr 2011 die Vorjahreswerte deutlich übertreffen werden”, sagte Winterkorn. Beim Absatz soll in diesem Jahr erstmals die Marke von 8 Mio Autos geknackt werden. 2010 waren insgesamt 7,2 Mio Fahrzeuge an die Kunden in aller Welt gebracht worden.

Allerdings stellte VW am Donnerstag klar, dass volatile Zinsen und Wechselkurse sowie Rohstoffpreise den positiven Absatzeffekt abschwächen werden. “Angesichts der aktuellen Unsicherheitsfaktoren für die Konjunktur beobachten wir die Entwicklungen auf den weltweiten Automobilmärkten weiterhin sehr genau”, so Winterkorn.

Die Schuldenkrise in einigen Euro-Ländern wird nach Unternehmensangaben im vierten Quartal auf der Nachfrage in Westeuropas lasten. In Zentral- und Osteuropa sowie auf den nord- und südamerikanischen Märkten geht der Konzern dagegen von weiterem Wachstum aus. Auch in China und Indien soll es weiter aufwärts gehen. Unter dem Strich rechnet VW weiter damit, dass der Pkw-Markt in diesem Jahr zulegen wird.

“Wir haben uns eine starke Position erarbeitet und sind dank unserer finanziellen Solidität gut gerüstet für die Zukunft, auch wenn diese mit konjunkturellen Unsicherheiten behaftet ist”, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch mit Blick auf die Nettoliquidität im Automobilbereich von mehr als 21 Mrd Euro. Winterkorn sieht VW auf einem guten Weg, bis 2018 an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen. Die Wolfsburger wollen spätestens in sieben Jahren 10 Mio Autos jährlich verkaufen und zum größten Hersteller der Welt aufsteigen.