In glänzender Verfassung präsentiert sich Volkswagen im Rekordjahr 2010 (Bild: Volkswagen).

In glänzender Verfassung präsentiert sich Volkswagen im Rekordjahr 2010 (Bild: Volkswagen).

WOLFSBURG (Dow Jones/ks)–Ertragsperle blieb weiterhin die Konzerntochter Audi. Mit einem operativen Ergebnis von 3,3 Mrd Euro fuhren die Ingolstädter nicht nur doppelt so viel ein wie im Vorjahr. Sie stemmten damit auch fast die Hälfte des operativen Konzerngewinns von 7,1 Mrd Euro.

Der Ergebnisanteil der tschechischen Tochter Skoda verdoppelte sich auf 447 Mio Euro. Die spanische Tochter Seat verringerte ihren Verlust geringfügig auf -311 (-339) Mio Euro. Der schwedische Lkw-Hersteller Scania, an dem VW rund 72% der Stimmrechte hält, trug 1,3 (0,24) Mrd Euro zum Ergebnis bei. Die Nutzfahrzeuge schafften einen operativen Gewinn von 232 (313) Mio Euro, der nach dem Verkauf des brasilianischen Lkw-Geschäfts an MAN deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr. Das Geschäft mit Finanzdienstleistungen erwirtschaftete 932 (606) Mio Euro. Die chinesischen Gemeinschaftsunternehmen, deren Anteil Volkswagen im Finanzergebnis ausweist, steuerten 1,9 Mrd Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr bei.

Im vergangenen Jahr profitierte Volkswagen zudem erheblich von Währungsschwankungen. 1 Mrd Euro trugen Wechselkurseffekte zum operativen Ergebnis bei. Hinzu kamen Einsparungen in der Produktion von 1,6 Mrd Euro.

Die überraschend rasante Aufholjagd der Automobilmärkte hatte Volkswagen im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn nach Anteilen Dritter von 6,8 Mrd Euro beschert, das war gut sieben Mal so viel wie im Vorjahr. Über diese Kennziffer hatte VW bereits berichtet, nur die Entwicklung der einzelnen Sparten war noch nicht bekannt. Obwohl es in den heimischen Autohäusern nach dem Ende der Abwrackprämie ruhiger war und sich auch die Kunden im restlichen Europa nicht recht zu einem Autokauf durchringen konnten, verkaufte Volkswagen konzernweit vor allem dank der Nachfrage in China, Brasilien und den USA mit 7,1 Mio Fahrzeugen so viele Autos wie nie zuvor. In diesem Jahr sollen es mindestens 5% mehr werden. Damit ist VW auf dem besten Wege, schon vor 2018 und damit früher als geplant, Toyota als weltgrößten Autohersteller abzulösen.

Auf seinem Weg zur weltweiten Nummer eins hat sich Volkswagen ehrgeizige Ziele gesetzt. Mittelfristig will der Konzern jährlich rund acht Mio Neuwagen und Nutzfahrzeuge seiner neun Marken von Audi bis zum Lkw-Hersteller Scania verkaufen. Das wären 12% mehr als im vergangenen Jahr. Bis zum Jahr 2018 sollen mehr als 10 Mio Autos an die Kunden ausgeliefert werden.