Matthias Müller

VW-Konzernchef Matthias Müller will bis 2025 "substanziellen Teil" des Umsatzes mit neuen Geschäftsmodellen erwirtschaften. - Bild: Volkswagen

Volkswagen muss neue Wege gehen: Während sich der Wolfsburger Autokonzern in der Vergangenheit von anderen Herstellern eher abgeschottete, wird sich das Unternehmen jetzt stärker für Partnerschaften und strategische Beteiligungen öffnen. Das kündigte Konzernchef Matthias Müller am heutigen Donnerstag im Rahmen der Bilanzpressekonferenz an.

"Wir öffnen uns für Partnerschaften und strategische Beteiligungen im Bereich Mobilitätsdienste und wollen bis 2015 'substanziellen Teil' des Umsatzes mit neuen Geschäftsmodellen erwirtschaften", sagte Müller und betonte, das sich VW sehr viel von dem Geschäftsfeld Mobilitätsdienstleistungen verspreche.

"Berührungsängste, Alleingänge oder die Illusion, alles besser zu wissen und zu können, werden nicht ans Ziel führen." Der Autobauer habe schon viele Ideen für eine Ladeinfrastruktur und diskutiere bereits mit vielen Akteuren. Namen für mögliche Partnerschaften wollte Müller zwar nicht nennen, sagte aber, dass VW nicht mit Apple und Google spreche.

Größtes Wachstumspotenzial in den USA

Müller betonte, dass VW den Umbau auf Elektromobilität stark vorantreibe und kündigte an, dass Ende des Jahrzehnts die ersten Fahrzeuge auf den Markt kommen, die auf dem in Entwicklung befindlichen Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) produziert werden. Der MEB ermögliche ganz neue Fahrzeugkonzepte und Reichweiten jenseits 500 Kilometer.

Daneben soll auch die Baureihenorganisation der Marke VW erneuert werden. "Wir sind zuversichtlich, ab 2017 mit der Marke VW in eine neue Wachstumsepoche zu starten", sagte VW-Markenchef Herbert Diess. In den USA werde eine neue Markenposition lanciert, denn dort liege in der kommenden Dekade das größte Wachstumspotenzial.

Rückruf: Golf vor Passat

Mit Blick auf die Rückrufaktion der von den Abgasmanipulationen betroffenen Dieselfahrzeuge gaben die VW-Chefs unerwartete Verzögerungen zu. Da eine Lösung für den VW-Passat offenbar immer noch nicht endgültig gefunden ist, gab der Konzern beim Abgas-Rückruf nun dem Golf den Vorzug.

"Die Entscheidung ist heute Morgen gefallen", sagte Müller mit Blick auf eine Freigabe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die VW-Limousine Passat hätte mit ersten Modellvarianten bereits von Ende Februar an bei dem Abgas-Rückruf für ein Software-Update in die Werkstätten gesollt.

Doch es gab langwierige Verzögerungen und hartnäckige Probleme, weil einige Werte mit dem Werkstatt-Update offenbar schlechter ausgefallen wären als zuvor.