Ist das Verhältnis von VW zu Suzuki noch aufzupolieren? Die Wolfsburger wollen an der Partnerschaft

Ist das Verhältnis von VW zu Suzuki noch aufzupolieren? Die Wolfsburger wollen an der Partnerschaft mit den Japanern festhalten und die 20%-ige Beteiligung halten (Bild: Volkswagen).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Zuvor waren die Unstimmigkeiten zwischen den beiden Unternehmen eskaliert: Nachdem die Wolfsburger den Japanern am Sonntag Vertragsbruch vorgeworfen hatten, reagierte Suzuki am Montagmorgen mit der Ankündigung, sämtliche Beziehungen zu Volkswagen abbrechen und die wechselseitige Kapitalverflechtung auflösen zu wollen.

Winterkorn äußerte sich am Montagabend nicht zum möglichen Inhalt und Zeitrahmen der Gespräche. VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch mahnte eine “möglichst sachliche Behandlung” der Schwierigkeiten an. Ziel sei es, vernünftig miteinander zu sprechen. Es gebe nicht nur sachliche, sondern vor allem auch atmosphärische Probleme zu lösen.

Entgegen den Forderungen von Suzuki will VW die knapp 20%-Beteiligung an den Japanern offenbar nicht verkaufen. Pötsch erklärte, Suzuki sei ein attraktives Investment. Man sei weiter an einer Zusammenarbeit interessiert und es gebe keine Pläne, den Anteil zu reduzieren.

Die Eskalation der seit Monaten währenden Unstimmigkeiten zwischen VW und Suzuki hatte bereits am Sonntag begonnen. Eine Überprüfung der Partnerschaft habe zu dem Ergebnis geführt, dass die japanische Seite den 2009 geschlossenen Kooperationsvertrag verletzt habe, erklärte Volkswagen gestern überraschend. Moniert wird von VW eine kürzlich bekannt gewordene Ausweitung der Zusammenarbeit von Suzuki mit Fiat.

Die Italiener liefern Dieselmotoren an Suzuki, die auch aus Wolfsburg hätten kommen können. “Dies steht nach Ansicht von Volkswagen im Widerspruch zu den Vertragsinhalten”, erklärte der DAX-Konzern. Suzuki wies die Vorwürfe am Montagmorgen als falsch zurück: “Wir können mit Bestimmtheit sagen, dass wir den Vertrag mit Volkswagen nicht gebrochen haben”, sagte ein Sprecher.

VW hat sich Ende 2009 für insgesamt rund 1,7 Mrd Euro bei Suzuki eingekauft. Mit dem Einstieg wollte VW vor allem von der Kleinwagen-Expertise von Suzuki profitieren und auf dem indischen Wachstumsmarkt Fuß fassen, den die Japaner beherrschen. Seither kursieren Spekulationen, VW wolle Suzuki ganz übernehmen.

Suzuki hatte zuletzt mehrfach seinem Unmut über den in den eigenen Augen drohenden zu großen Einfluss des deutschen Partners Luft gemacht. Auch VW gestand mehr als einmal öffentlich ein, dass die Parteien mit der geplanten Zusammenarbeit aufgrund kultureller Unterschiede nur schwerlich vorankämen. Im Zwischenbericht zum ersten Halbjahr hieß es im Juli dann, VW habe eine Neubewertung der Partnerschaft eingeleitet.