Experten erwarten, dass die Flüchtlinge zum WIrtschaftswachstum beitragen

Experten erwarten, dass die Flüchtlinge zum WIrtschaftswachstum beitragen. - Bild: Geralt/Pixabay

Die Turbulenzen an den chinesischen Börsen haben im neuen Jahr die Sorgen um den langjährigen Wachstumsgaranten sofort wieder in den Fokus gerückt. Das nachlassende Tempo der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde bereitet den deutschen Exporteuren Bauchschmerzen.

Doch für die gesamte deutsche Wirtschaft geben die Konjunkturexperten vorerst Entwarnung. Die Zuwanderung von über einer Million Flüchtlingen allein im alten Jahr sorgt für einen Nachfrageschub im Inland. "Die Flüchtlinge werden mit 0,25 Prozentpunkten über die Konsumschiene zum Wachstum beitragen", erwartet Michael Grömling vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Das IW sieht keinen Grund, die Wachstumsprognose von plus 1,5 Prozent für 2016 wegen der Börsentalfahrt zu ändern. Die hiesige Wirtschaft wird laut Grömling erst in Mitleidenschaft gezogen, wenn der Investitionszyklus in Schwellenländern abreißt. In Brasilien und Russland sei das zwar schon der Fall und in China gebe es erste Anzeichen dafür. "Insgesamt wird es bei den Investitionen in den Schwellenländern dieses Jahr aber in die Breite gehen", glaubt Grömling.

Simon Junker, Ökonom am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), verweist auf den Anteil Chinas an den Gesamtexporten Deutschlands von 6 Prozent. "In China gibt es eine Abkühlung. Sie vollzieht sich aber allmählich und nicht in Einbrüchen", sagt der Konjunkturforscher.

Auch er hält den Effekt der Zuwanderung auf den Binnenkonsum für stärker als ausbleibende Bestellungen aus Fernost. Das DIW sagt für das angebrochene Jahr einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent und des Konsums von 2 Prozent voraus.

Dow Jones Newswires