Hakan Samuelsson: "Das Werk in Nordamerika wäre näher an einem der wichtigsten Märkte, zudem

Hakan Samuelsson: "Das Werk in Nordamerika wäre näher an einem der wichtigsten Märkte, zudem würde sich Volvo besser gegen Währungsschwankungen absichern." - Bild: Sverige Radio/TT

Viele Jahre hatten die USA als Standort für neue Automobilwerke das Nachsehen gegenüber ihrem südlichen Nachbarn Mexiko. Nun will Volvo dort 500 Millionen US-Dollar in die Errichtung eines Werks stecken.

Vor wenigen Wochen hatte sich auch die Daimler AG für Investitionen in den USA entschieden. Der DAX-Konzern steckt ebenfalls rund 500 Millionen Dollar in den Bau eines Van-Werks in Charleston im Bundesstaat South Carolina.

Der seit 2010 zur chinesischen Zhejiang Geely Holding gehörende Autobauer wolle ihre internationale Präsenz verbreitern, begründete CEO Hakan Samuelsson die Entscheidung für die USA. Zwar habe man auch Mexiko in Erwägung gezogen, doch die Vorteile des Pkw-Baus im weltweit profitabelsten Markt hätten überwogen. Das Werk in Nordamerika wäre näher an einem der wichtigsten Märkte, zudem würde sich Volvo besser gegen Währungsschwankungen absichern.

Standort steht noch nicht fest

Volvo ist seit 1957 in den USA vertreten, konnte die Käufer dort aber zuletzt nicht mehr mit ihren Pkw überzeugen. Das Unternehmen musste seine Strategie daher mehrmals ändern.

Laut Samuelsson ist noch nicht über den Standort des neuen Werks entschieden, es seien mehrere Bundesstaaten in der Auswahl. In rund einem Monat dürfte er feststehen.

In dem Werk soll die neue “SPA-Plattform” eingesetzt werden. Sie werde auch die Basis für den neuen SUV XC90 sein, der in diesem Jahr auf den Markt komme.

Weltweit hat Volvo im vergangenen Jahr 466.000 Fahrzeuge verkauft. Zunahmen gab es vor allem in China und Europa. In den USA ging der Absatz hingegen um 8 Prozent auf 56.000 Stück zurück und reichte damit bei weitem nicht an die 100.000 Einheiten heran, die Samuelsson als Richtwert für die Wirtschaftlichkeit genannt hatte.

Derzeit gibt es laut Samuelsson keine Pläne, das Werk gemeinsam mit Geely zu betreiben. Allerdings arbeite man gemeinsam an der Entwicklung kleiner Pkw, und das Werk könnte den Chinesen als Basis für die Einführung ihrer Autos am US-Markt dienen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke