Schwierigkeiten im Geschäft des Nutzfahrzeugherstellers Volvo mit Baufahrzeugen und Sondereffekte

Schwierigkeiten im Geschäft des Nutzfahrzeugherstellers Volvo mit Baufahrzeugen und Sondereffekte wie Rückstellungen für ein EU-Kartellverfahren sorgen im vierten Quartal für einen Nettoverlust. - Bild: Volvo

Der Fehlbetrag belief sich auf 2,98 Milliarden Schwedische Kronen, umgerechnet etwa 317 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern einen Gewinn von 548 Millionen Kronen erzielt. Gründe für den Verlust waren neben der Kartellrückstellung Probleme in China und Restrukturierungskosten. Analysten hatte nur einen Verlust von 1,86 Milliarden Kronen erwartet. Der Umsatz stieg immerhin auf 77,5 von 76,64 Milliarden Kronen.

“Trotz negativer Auswirkungen geringerer Absatzmengen, einer schlechteren Kapazitätsauslastung und einem negativen Marktmix hat unser Lkw-Geschäft das bereinigte operative Ergebnis um 10 Prozent auf 3,2 Milliarden Kronen gesteigert, was einer operativen Marge von 6 Prozent im Quartal entspricht”, sagte Konzernchef Olof Persson.

Deutsche Konkurrenz legt vor

Konkurrent Daimler meldete im Lkw-Geschäft eine Marge von 5,6 Prozent im vierten Quartal. Ein Jahr zuvor hatte sie noch bei 6,6 Prozent gelegen. Wie Volvo wird auch Daimler von dem Kartellverfahren gegen Lkw-Hersteller belastet. Die Stuttgarter haben deswegen 600 Millionen Euro zurückgestellt.

Volvo befindet sich mitten in einem Restrukturierungsprogramm, in dessen Rahmen der Konzern bis Ende 2015 Einsparungen von 10 Milliarden Kronen erzielen will.

Der operative Verlust betrug im vierten Quartal 2,26 Milliarden Kronen nach einem Gewinn von 997 Millionen Kronen im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte erzielte Volvo einen Gewinn von 3,02 Milliarden Kronen, was nur geringfügig weniger war als im Vorjahr.

Das Unternehmen verkauft Lkw unter den Marken Volvo, Renault, Mack und UD. Der Auftragseingang im Lkw-Geschäft kletterte in den letzten drei Monaten 2014 auf 61.222 Einheiten. Grund war die starke Nachfrage aus Nordamerika und Teilen Europas.

Im Geschäft mit Baufahrzeugen jedoch hatte Volvo mit “anhaltenden Schwierigkeiten” zu kämpfen, unter anderem mit einem sich beschleunigenden Rückgang in China.

Dies führte zusammen mit der Schwäche in anderen Schwellenländern, insbesondere jenen, die von Rohstoffen und der Bergbauwirtschaft abhängen, zu einem Rückgang von 30 Prozent bei den Auslieferungen entsprechender Maschinen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke