Volvo Verbrennungsmotor E-Mobility

Volvo lässt den reinen Verbrennungsmotor auslaufen und setzt ausschließlich auf elektrische oder hybrid betriebene Fahrzeuge. Damit ist Volvo der erste traditionelle Autohersteller, der die seit mehr als einem Jahrhundert dominierende Antriebstechnik auslaufen lässt. - Bild: Volvo

Künftig soll die gesamte Fahrzeugpalette von Volvo entweder voll elektrisch oder hybrid betrieben werden. Bis 2021 will das Unternehmen fünf reine E-Autos herausbringen, davon zwei unter der Marke Polestar. Die erst vor zwei Jahren erworbene Tuning-Abteilung positioniert Volvo als eigenständige sportliche E-Automarke.

Für die übrigen Modelle will das zum chinesischen Geely-Konzern gehörende Unternehmen nach und nach Hybridversionen einführen. Dabei geht es um sanfte elektrische Unterstützung des Verbrennungsmotors per 48-Volt-Bordnetz oder um an der Steckdose aufladbare Plug-in-Hybride.

Ziel: Eine Million E-Autos bis 2025 verkaufen

Volvo-Chef Hakan Samuelsson bekräftigte das Ziel, bis 2025 insgesamt eine Million elektrifizierte Autos verkauft haben zu wollen. "Was wir sagen, meinen wir auch so", sagte er bei Vorstellung der Pläne: "Und auf diese Weise wollen wir dieses Ziel erreichen."

Weltweit bereitet sich die Autoindustrie auf einen grundlegenden Wechsel in der Antriebstechnik vor. Bislang stehen die Reichweite der E-Autos und die vergleichsweise hohen Kosten einer schnellen Umrüstung allerdings im Weg.

Als erfolgreicher Pionier gilt der US-Hersteller Tesla, dessen massentaugliches Familienauto Modell 3 jetzt in die Produktion geht. Ab Preisen von 35.000 US-Dollar ist der rein batteriebetriebene Pkw nur noch wenig teurer als ein 3er BMW mit Benzin- oder Dieselmotor.

E-Autos werden günstiger

Branchenanalysten schätzen, dass die zunehmend strengen Emissionsanforderungen für Verbrennungsmotoren dazu führen werden, dass erste Elektroautos ab 2025 günstiger sein könnten als vergleichbare Pkw mit konventioneller Antriebstechnik.

Die Volvo Car Group hat sich nach schwierigen Jahren zuletzt wieder gut entwickelt. Der Premium-Pkw-Hersteller, der 2010 von Ford verkauft und von der chinesischen Geely Holding Group erworben worden war, hat im vergangenen Jahr gut 530.000 Autos verkauft, 6 Prozent mehr als 2015. Bei 10 Prozent Umsatzsteigerung hatte das Unternehmen 7,5 Milliarden schwedische Kronen verdient, umgerechnet 775 Millionen Euro. Bis 2020 will Samuelsson den Absatz auf 800.000 Einheiten steigern.

Börsennotierung ist eine Option

Mit dem Diesel-Skandal bei VW hat die Diskussion um den Verbrennungsmotor eine neue Dynamik bekommen. Während viele Autohersteller noch auf den Diesel setzen, um die zunehmend strengeren CO2-Vorgaben für Fahrzeugflotten zu erfüllen, hält Samuelsson diese Technologie nicht mehr für zukunftsfähig. Erst im Mai sagte der langjährige MAN-Chef in einem Interview, Volvo werde kein neues Diesel-Aggregat mehr entwickeln.

Die jetzige Ankündigung, die Modellpalette komplett zu elektrifizieren, könnte Volvo helfen, sollten sich Spekulationen um einen Börsengang des Unternehmens erhärten. Volvo wollte sich dazu nicht äußern. Grundsätzlich sei eine Börsennotierung aber eine Option.

In dem Interview hatte Samuelsson Tesla Anerkennung gezollt und erklärt, in der Oberklasse für E-Autos sollte auch für Volvo Platz sein. Tesla hat im vergangenen Jahr 84.000 Elektroautos gebaut. Die Zukunftshoffnungen des Marktes sind allerdings groß: Das kalifornische Unternehmen hat mit seiner Börsenkapitalisierung die Massenhersteller Ford und General Motors, aber auch BMW hinter sich gelassen.