Alexander Dobrindt

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ordnete umfangreiche Nachprüfungen bei über 50 Diesel-Modellen verschiedener Hersteller an, bis heute bleiben aber die Ergebnisse unter Verschluss. - Bild: VW

"Im Epizentrum des Diesel-Abgasskandals agiert Bundesverkehrsminister Dobrindt als Marionette der Autobosse", schimpfte der Chef der Umwelthilfe, Jürgen Resch, am Montag in Berlin.

Mitte September war der VW-Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW-Dieselautos publik geworden und stürzte das größte deutsche Industrieunternehmen in die schwerste Krise seit Kriegsende. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ordnete umfangreiche Nachprüfungen bei über 50 Diesel-Modellen verschiedener Hersteller an, bis heute bleiben aber die Ergebnisse unter Verschluss. Die Umwelthilfe wirft dem Minister vor, die Interessen der Wirtschaft vor die Gesundheit der Bürger zu stellen. Dabei sei die mit Feinstaub und Stickoxiden belastete Luft die Ursache von 10.000 Todesfällen im Jahr, so Verbandschef Resch.

Die DUH kämpft seit vergangenem Jahr bisher ohne Erfolg um die Veröffentlichung der Testergebnisse. Die Umweltschützer präsentierte nun eine komplett geschwärzte Akte des Kraftfahrtbundesamtes zur Causa Volkswagen. Das Verwaltungsgericht Schleswig hatte der Offenlegung zwar zugestimmt, allerdings wurden die 581 Seiten nahezu vollständig unleserlich gemacht. "Dass wir derart verhöhnt werden. In dieser Akte finden sich keinerlei Aussagen", empörte sich Resch.

Umwelthilfe setzt Autobauer unter Druck

Die Umwelthilfe versucht mit eigenen Überprüfungen, die Automobilkonzerne unter Druck zu setzen. Als dreckigen Stinker identifizierte die DUH nun einen Smart Diesel von Daimler, der nach ihren Testergebnissen viermal so viel Stickoxide in die Luft bläst wie der Actros-Lkw des selben Herstellers.

Resch kommt zu dem Schluss, dass viele Autohersteller illegale Abschalteinrichtungen verbaut haben, um in den Labortests die Bedingungen für die Zulassungsgenehmigung erfüllen zu können. "Wir haben umfangreiche Hinweise auf mögliche Abschalteinrichtungen beim Opel Zafira, Renault Espace, Fiat 500x, Mercedes-Benz C 200 CDI und C 220 CDI und nun Smart Diesel", behauptete der Umweltschützer.