Matthias Müller

Die Aktionäre des Volkswagen-Konzerns haben die im vergangenen Jahr amtierenden Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens trotz deutlicher Kritik entlastet. - Bild: VW

Auf die Entlastung der einzelnen Konzernverantwortlichen entfielen bei der Hauptversammlung am Mittwoch in Hannover jeweils mindestens 97,04 Prozent der Stimmen. Der im vergangenen Jahr zurückgetretene frühere Konzernchef Martin Winterkorn erzielte mit 97,04 Prozent Entlastungsstimmen das schlechteste Ergebnis unter den Konzernmanagern. Für die Entlastung des heutigen Aufsichtsratschefs und früheren Finanzvorstands Hans Dieter Pötsch gaben die Anteilseigner 97,65 Prozent ihrer Stimmen ab.

Wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte hatten sich zuvor mehrere Aktionäre gegen eine Entlastung der im vergangenen Jahr amtierenden Vorstandsmitglieder ausgesprochen. Etwa Hans-Christoph Hirt vom Investmentdienstleister Hermes EOS nannte das vergangene Jahr einen "historischen Tiefpunkt" Volkswagens. Erst am Montag war zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zusammenhang mit dem Abgasskandal gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn und den VW-Markenchef Herbert Diess ermittelt.

Wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte hatten sich zuvor mehrere Aktionäre gegen eine Entlastung der im vergangenen Jahr amtierenden Vorstandsmitglieder ausgesprochen. Etwa Hans-Christoph Hirt vom Investmentdienstleister Hermes EOS nannte das vergangene Jahr einen "historischen Tiefpunkt" Volkswagens. Erst am Montag war zudem bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Zusammenhang mit dem Abgasskandal gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn und den VW-Markenchef Herbert Diess ermittelt.

Die Entlastung sei "gerade jetzt wichtig", sagte gleichwohl Aufsichtsratschef Pötsch. Der Schritt sei auch ein "Signal für die Zukunft". Es sei wichtig, bei der Bewältigung der von dem Abgasskandal ausgelösten Unternehmenskrise "zusammenzustehen". Die Entlastung war den Konzernverantwortlichen allerdings ohnehin praktisch sicher. Den meisten Investoren fehlt bei Volkswagen die Möglichkeit, eigene Vorschläge durchzusetzen, weil die Familien Porsche und Piëch zusammen rund 51 Prozent der Stammaktien halten.

Die Aktionäre stimmten denn auch den übrigen Vorschlägen der Konzernverantwortlichen mit großen Mehrheiten zu. Eine von mehreren Anteilseignern geforderte Sonderprüfung wegen des Abgasskandals lehnten sie mit 97,58 Prozent der Stimmen ab. Eine Sonderprüfung lässt sich aber auch ohne Stimmenmehrheit per Gerichtsbeschluss durchsetzen.