Hans Dieter Pötsch

In der Volkswagen-Abgasaffäre gerät Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch (li.) in Erklärungsnöte. Er sei am 8. September 2015 über die Betrugssoftware informiert worden. - Bild: VW

Das berichtet die Bild am Sonntag (BamS). Bei der Sitzung des Konzernvorstandes an diesem Tag habe der damalige Vorstandschef Martin Winterkorn seine Kollegen darüber unterrichtet, dass der Autobauer gegenüber den US-Umweltbehörden einen sogenannten Defeat Device eingeräumt habe.

Das Gesetz schreibt vor, dass bei kursrelevanten Ereignissen eine sogenannte Ad-hoc-Meldung veröffentlicht werden muss. Doch laut BamS-Informationen schwieg der als Finanzvorstand dafür verantwortliche Pötsch, anstatt die Aktionäre vor etwaigen Folgen zu warnen. An der Sitzung am 8. September habe auch der damalige Porsche-Chef und heutige VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller teilgenommen. Erst zwei Wochen später habe VW eine Ad-hoc-Meldung veröffentlicht.

Auf Nachfrage von Dow Jones erklärten sowohl ein VW-Konzernsprecher als auch der Sprecher des Aufsichtsrats übereinstimmend, dass sich an der Einschätzung von VW hinsichtlich der am 2. März 2016 herausgegebenen Pressemitteilung nichts geändert habe. Volkswagen sei davon überzeugt, die kapitalmarktrechtlichen Anforderungen vollumfänglich erfüllt zu haben.

"Zu den Inhalten von Vorstandssitzungen äußert sich Volkswagen grundsätzlich nicht. Unabhängig davon wird Volkswagen, wie mehrfach erklärt, über die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung in der zweiten April-Hälfte berichten", erklärten die Sprecher weiter.