Der Betriebsrat des Volkswagen-Konzerns streitet mit VW-Markenchef Herbert Diess öffentlich über die Zukunft der deutschen Volkswagen-Werke

Der Betriebsrat des Volkswagen-Konzerns streitet mit VW-Markenchef Herbert Diess öffentlich über die Zukunft der deutschen Volkswagen-Werke. - Bild: Richard Bartz

Der Markenvorstand lasse es "an Verlässlichkeit fehlen", werfen VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und andere Arbeitnehmervertreter dem Gremium um Diess in einem Brief vor. Die Betriebsräte hätten "den Eindruck, dass der Dieselskandal hinterrücks dazu genutzt werden soll, personelle Einschnitte vorzunehmen, die bis vor wenigen Monaten kein Thema waren", heißt es in dem Papier weiter, das die IG Metall am Donnerstag in Auszügen veröffentlichte.

Die Arbeitnehmervertreter fordern vor dem Hintergrund "eine zentrale Vereinbarung zur Weiterentwicklung der Marke und konkrete Standortvereinbarungen für alle deutschen Volkswagen-Werke". Damit wollen die Betriebsräte nach Angaben der IG Metall etwa festschreiben, wie viele Fahrzeuge Volkswagen in den nächsten Jahren in seinen deutschen Werken produziert und wie viel das Unternehmen in seine Produktionsstätten investiert.

Die Arbeitnehmervertreter sorgen sich offenkundig um einen Stellenabbau in Deutschland und Produktionsverlagerungen in andere Länder. Hohe Lohnkosten durch den Haustarifvertrag bei Volkswagen seien "ein Hirngespinst", schreiben sie. Volkswagen befinde sich wegen des Dieselskandals und durch die Veränderungen in der Autobranche in einem Umbruch. "Notwendige Anpassungen müssen aber mit Augenmaß gestaltet werden", fordern die Betriebsräte.

Der Brief der Arbeitnehmervertreter sei eine "sehr gute Vorlage für die weitere Arbeit", ließ sich Volkswagens Personalvorstand Karlheinz Blessing trotz der deutlichen Kritik von einem Unternehmenssprecher zitieren. "Wir begrüßen ausdrücklich das Verhandlungsangebot für einen langfristigen Zukunftspakt", sagte Blessing den Angaben zufolge weiter. Auch der Vorstand habe Interesse daran, die Standorte zu sichern. "Die Gespräche werden wir zügig und konstruktiv führen."