Matthias Müller

Matthias Müller: "Europa muss bei Zukunftsthemen der Autobranche die technologische Führung übernehmen. Der Kontinent soll mit Blick auf Digitalisierung, autonomes Fahren und die Elektromobilität "auch in Bezug auf Infrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen" den Kurs vorgeben." - Bild: VW

"Die Anstrengungen unserer Industrie allein werden nicht ausreichen", sagte Müller am Montagabend beim Neujahrsempfang des Volkswagen-Konzerns in Brüssel laut Redeauszügen, die Dow Jones Newswires vorliegen. Der Unternehmenschef forderte einen "Schulterschluss von Politik und Automobilbranche".

Europa müsse bei Zukunftsthemen der Autobranche die technologische Führung übernehmen, mahnte Müller an. Der Kontinent solle mit Blick auf Digitalisierung, autonomes Fahren und die Elektromobilität "auch in Bezug auf Infrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen" den Kurs vorgeben, sagte er vor Europapolitikern und weiteren Gästen. "Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Industriestandort Europa in einer sich stark wandelnden Welt innovativ und wettbewerbsfähig bleibt." Müller forderte etwa ein europaweites Netz von 150-Kilowatt-Schnellladestationen für Elektroautos.

Angesichts des Abgasskandals, den der VW-Chef stets mit dem Begriff Emissionsthematik umschreibt, versprach Müller, Volkswagen werde "mehr als je zuvor" auf Nachhaltigkeit setzen. Das betreffe "unsere Produkte, unsere Strategie und unser Management". "Wir nutzen die aktuelle Krise für eine grundlegende Neuausrichtung des Konzerns", beteuerte Müller abermals und beschrieb den Skandal als Chance, "ein neues und besseres Volkswagen zu schaffen".