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"Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen", sagt VW-Konzernchef Matthias Müller.- Bild: VW

"In den nächsten zwölf Monaten werden wir dem Aufsichtsrat unseren Vorschlag präsentieren - mit einer anderen Orientierung", sagte VW-Vorstandschef Matthias Müller mit Blick auf die Vergütungen dem Handelsblatt.

Die Gehaltsschere zwischen Mitarbeitern in der Fertigung und dem Top-Management im Vorstand habe sich weit geöffnet, räumte er ein. "Natürlich müssen wir darüber nachdenken", so Müller, "über Details habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht." Eine Deckelung nach oben sei für ihn dabei "selbstredend". Das aktuelle Vergütungssystem von Volkswagen gelte insgesamt für 19.000 Führungskräfte.

Trotz des Dieselskandals hatte das Top-Management im Frühjahr einen Teil seiner flexiblen Vergütung bekommen. Müller verteidigte diese Auszahlung.

Keine Garantie mehr für den Diesel

In dem Gespräch mit dem Handelsblatt zog der Manager die Strategie rund um die Dieseltechnologie in Zweifel. "Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen", sagte Müller einen Tag vor der Hauptversammlung.

Über Jahrzehnte gehörte die Dieseltechnologie zum Fundament der VW-Strategie. Seit im vergangenen Herbst die Abgasmanipulationen von VW an seinen Dieselmotoren bekannt wurden, ist alles anders geworden. Kurz darauf nahm VW alle Dieselmodelle in den USA vom Markt. Ob VW jemals wieder Dieselmotoren in Amerika anbieten wird, bleibt unklar. "Das ist derzeit schwierig zu beantworten", sagte Müller. Zu groß ist offenbar der Imageschaden, den die Marke VW in den USA durch den Skandal erlitten hat.

Auch in Europa sei die Lage nicht einfach, "die Abgasreinigung beim Diesel wird enorm aufwendig und teuer". Die Steuervorteile des Diesels seien in Deutschland auf Dauer ebenfalls nicht gesichert. "Im Dialog mit der Politik müssen wir sehen, wie das alles weitergeht", sagte der Volkswagen-Chef.