Volkswagen

Die Gehälter bei Volkswagen steigen dank des hohen Betriebsgewinns im letzten Jahr. - Bild: Pixabay

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erstaunt über die Gehaltszuwächse von VW-Top-Managern gezeigt. „Ich freue mich, wenn es Gewinne gibt, weil dann vielleicht auch Geld in die Zukunft investiert werden kann“, sagte Merkel am Mittwoch dem ZDF-„heute-journal“. Trotzdem sei sie „schon erstaunt“ gewesen, „dass es dann auch sehr hohe Zuwachsraten bei bestimmten Gehältern gibt“.

Die Vergütung der Mitglieder des VW-Konzernvorstands stieg im vergangenen Jahr auf rund 50,3 Millionen Euro nach 39,5 Millionen Euro im Jahr zuvor. Volkswagen begründete den Anstieg vor allem mit der guten Geschäftsentwicklung.

Der Kernbereich VW Pkw warf 2017 einen Betriebsgewinn von rund 3,3 Milliarden Euro ab - bereinigt um Sonderkosten für die Dieselaffäre. Für die Führung bedeutet der positive Trend ein dickes Gehaltsplus.

Wer profitiert am meisten?

Spitzenverdiener unter den zehn obersten VW-Führungskräften -  einschließlich der ausgeschiedenen Christine Hohmann-Dennhardt - ist Vorstandschef Matthias Müller, der mehr als 10,1 Millionen Euro einstrich. Ein Jahr zuvor waren es 7,25 Millionen Euro. Nach dem alten Gehaltsmodell, in dem variable Boni noch ein stärkeres Gewicht hatten, hätte er über 13 Millionen Euro bekommen.

Merkel sieht die Nachrüstung der Dieselautos mit Skepsis

Merkel ließ erneut Zweifel an möglichen Umbauten an Motoren älterer Diesel erkennen, um den Schadstoff-Ausstoß zu senken. Es nütze nichts, „wenn wir dafür drei oder vier oder fünf Jahre brauchen, um das alles zu realisieren, und gleichzeitig nicht in die Zukunft investieren können. Wir müssen uns das jetzt sehr genau anschauen.“ Zur Machbarkeit solcher Hardware-Nachrüstungen werden auch noch Gutachten im Regierungsauftrag erwartet. Die Branche lehnt sie ab.

Mit Grenzwerteinhaltung gegen Luftverschmutzung

Angesichts zu schmutziger Luft in Städten mahnte Merkel eine entschlossenere Hinwendung der Autobranche zu neuen Antrieben an. Es komme jetzt darauf an, dass die gesamte deutsche Automobilindustrie die Zukunftsaufgaben meistere, sagte Merkel. Gemeinsam mit dem neuen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wolle auch sie sich sehr stark
für schnelle Weichenstellungen einbringen, „dass wir die Brücke in die Mobilität der Zukunft schlagen - auch noch intensiver, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben“.

Viele betroffene Städte würden mit bereits laufenden Programmen in kurzer Zeit die Grenzwerte einhalten können, machte Merkel deutlich. Für andere wenige Städte müssten sicherlich "besonders spezifische Maßnahmen" entwickelt werden. „Das wird die neue Bundesregierung als erstes mit in Angriff nehmen.“ Merkel bekräftigte das Ziel, vor allem flächendeckende Fahrverbote zu vermeiden.