Ferdinand Piëch hat die Autoindustrie "in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein

Ferdinand Piëch hat die Autoindustrie "in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter". "Vor dieser Lebensleistung haben wir und habe ich großen Respekt", so Volkswagen-Chef Martin Winterkorn (links). - Bild: VW

Er danke Piëch im Namen der Mitarbeiter, “aber auch persönlich”, wird Winterkorn laut Redemanuskript vor den Aktionären sagen. Piëch habe die Autoindustrie “in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter”. “Vor dieser Lebensleistung haben wir und habe ich großen Respekt”, heißt es in Winterkorns Redetext weiter.

Sieger im Machtkampf

Winterkorn war in den vergangenen Wochen als Sieger aus einem von Piëch ausgelösten Machtkampf hervorgegangen. Piëch trat in der Folge nach jahrezehntelanger Arbeit für Volkswagen von allen Ämtern bei Europas größtem Autokonzern zurück. “Hinter uns liegen – vorsichtig gesagt – bewegte Tage”, wird Winterkorn am Dienstagmorgen sagen. Derzeit seien der Aufsichtsrat und sein Präsidium dabei, “die noch offenen personellen Fragen bei der Besetzung der Aufsichtsgremien zügig und bestmöglich zu regeln”. Offen ist bislang, wer neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums wird.

Winterkorn will den Anteilseignern am Dienstag zudem die von dem Streit ausgelösten Sorgen um Volkswagen nehmen: Es habe in den vergangenen Wochen “unzählige Interpretationen, Spekulationen und leider auch Übertreibungen” gegeben, sagt er laut Redetext. Volkswagen aber sei “ein kerngesundes, gut aufgestelltes Unternehmen”. Gleichwohl werde es Selbstzufriedenheit bei Volkswagen “weiterhin nicht geben”. Die Verantwortlichen des Konzerns wüssten um ihre “Aufgaben in diesem großen, globalen Konzern”. Als Schwierigkeiten des Unternehmens gelten etwa die niedrige Marge der Kernmarke VW und deren Schwäche in den USA.

Budget Car für China

Volkswagen hat in den vergangenen Monaten zudem einen Dämpfer in seinem wichtigsten Einzelmarkt China erhalten: Dort ging das Absatzwachstum des Unternehmens deutlich zurück – auch weil lokale chinesische Hersteller mit Günstigautos Marktanteile gewinnen.

Wie Winterkorn laut Redetext ankündigt, wird Volkswagen künftig auch selbst ein sogenanntes “Budget Car” anbieten. Der Konzern arbeite “intensiv an einem attraktiven Angebot im Segment der besonders preiswerten Einstiegsautos”, heißt es in dem Manuskript. Gemeinsam mit den chinesischen Joint-Venture-Partnern sei VW “auf einem sehr guten Weg, ein solches Fahrzeug auf den chinesischen Markt zu bringen”. Der Konzern nehme sich dafür aber “die Zeit, die wir brauchen”. Es gehe um “das richtige Fahrzeug, im richtigen Segment”. Auch ein “Budget Car” müsse “eine angemessene Rendite abwerfen”, wird Winterkorn vor den Aktionären weiter sagen. Bislang hatten Volkswagen-Verantwortliche auf Fragen nach dem Günstigauto stets geantwortet, es gebe keine Entscheidung über den Bau eines solchen Fahrzeugs.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke