Winterkorn

Martin Winterkorn, Ex-Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, wurde schon im Mai 2014 über über Probleme mit Dieselmotoren informiert. - Bild: VW

Die Aussage des Handelsblatts, dass "hinter den Kulissen bereits Verhandlungen" darüber liefen, wie viel Geld Winterkorn selbst zahlen müsse, entbehre "jeglicher Grundlage", teilte der Konzern am Montag mit.

Das Handelsblatt hatte unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet, das Gremium verhandele mit Winterkorn darüber, ob und wie viel der Ex-Chef vom Schaden durch den Dieselskandal tragen müsse. Das Unternehmen habe den Schaden bereits der Managerhaftpflichtversicherung angezeigt.

Winterkorn hat dem Bericht zufolge womöglich seine Pflichten verletzt, weil er frühzeitig über die Manipulation der Abgaswerte informiert war oder hätte informiert sein müssen. Zumindest aber gelte als wahrscheinlich, dass ihn ein Organisationsverschulden treffe. Gesetzlich ist demnach festgeschrieben, dass Vorstände bei einem Managerhaftpflichtschaden mindestens das 1,5-fache des fixen Jahresgehalts selbst tragen müssen. Auf Winterkorn könnten damit Forderungen in Millionenhöhe zukommen.

Bislang hat Winterkorn jegliches Fehlverhalten bestritten. Ein Volkswagen-Sprecher erklärte, das Unternehmen behalte sich rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung des Handelsblatts vor.

Volkswagen hatte im vergangenen September zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mehrerer Marken eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies. Kurz danach trat Winterkorn zurück.

Die Höhe des Gesamtschadens aus dem Abgas-Skandal ist noch offen. In der Bilanz 2015 hatte Volkswagen eine Rückstellung von über 16 Milliarden Euro gebildet.