VW Bosch Volkswagen Skandal Klage

Anwälte, die VW-Besitzer in den USA vertreten, haben bei einem Gericht in San Francisco ein 742 Seiten umfassendes Dokument eingereicht. Die darin erhobenen Beschuldigungen beruhen zum großen Teil auf Unterlagen, die ihnen Volkswagen überlassen hat, um die Vorwürfe gegen die Robert Bosch GmbH zu untermauern. Die Stuttgarter haben die Kontrolleinheiten für die VW-Dieselfahrzeuge geliefert. Bosch soll Hand in Hand mit dem DAX-Konzern gearbeitet haben.

In der erweiterten Klage gegen Bosch argumentieren die Anwälte, das US-Umweltschutzgesetz (Clean Air Act) verbiete nicht nur den Einsatz von Schummelsoftware, es untersage auch den Verkauf solcher Teile, sofern der Anbieter sich der entsprechenden Verwendung der Komponenten bewusst sei. Sie halten es für ausgeschlossen, dass Bosch von der Manipulation nichts gewusst haben soll.

Die Vorwürfe gegen Bosch sind nicht neu, bekommen nach dem 15 Milliarden US-Dollar schweren Vergleich, den VW mit Kunden und US-Behörden jüngst geschlossen hat, aber mehr Gewicht. Bosch war nicht Teil des Vergleichs von Volkswagen, deshalb geht der Prozess für das Unternehmen weiter, wie ein Sprecher Anfang Juni gesagt hatte. Das Unternehmen sei nicht dafür verantwortlich, wie VW die Bosch-Teile in ihre Fahrzeuge integriere, hieß es von Bosch

Klagen auch gegen Bosch hatte es bereits kurz nach Bekanntwerden der Manipulationen an den Dieselfahrzeugen durch VW gegeben. VW hatte zugegeben, Abgasmanipulationen an nahezu 11 Millionen Dieselfahrzeugen des Konzerns vorgenommen zu haben. Bereits Anfang Dezember war der Bosch-Konzern bezichtigt worden, mit Volkswagen eine verschwörerische Gemeinschaft gebildet zu haben.

Die Kanzlei Leiff Cabraser Heimann & Bernstein LLP bringt vor, dass ihr Fall nahezu vollständig auf Informationen basiere, die VW geliefert habe und die öffentlich zugänglich seien, sowie auf eigenen Nachforschungen. Bosch habe nur wenige Dokumente geliefert, und keines sei es wert, beachtet zu werden.

Von Bosch hieß es nun, das Unternehmen kooperiere mit der Justiz und verteidige seine Interessen in dem Prozess. Mehr werde man wegen des laufenden Verfahrens nicht dazu sagen.

Die Klägervertreter wollen indes mehr Informationen von Bosch. Doch schon jetzt sei belegbar, dass Bosch eine wichtige Rolle bei dem Vorhaben gespielt habe, die US-Umweltschutzvorschriften zu umgehen, heißt es in einem Gerichtsdokument vom 16. August.

Die Top 10 der Automobilzulieferer weitweit

  • Michelin, der Reifenhersteller aus Frankreich belegt Platz zehn. Der Umsatz von 21.199 Millionen Euro reichte nicht aus, um den neunten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen. - Bild: Michelin

    Michelin, der Reifenhersteller aus Frankreich belegt Platz zehn. Der Umsatz von 21.199 Millionen Euro reichte nicht aus, um den neunten Platz aus dem Vorjahr zu verteidigen. - Bild: Michelin

  • Als einzige US-amerikanische Firma in den Top Ten kommt Johnson Controls auf Platz neun. Der Hersteller von Sitzen und Start-Stopp-Batterien setzte 23.866 Millionen Euro um – und rutschte damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze ab. - Bild: Johnson Controls

    Als einzige US-amerikanische Firma in den Top Ten kommt Johnson Controls auf Platz neun. Der Hersteller von Sitzen und Start-Stopp-Batterien setzte 23.866 Millionen Euro um – und rutschte damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze ab. - Bild: Johnson Controls

  • Der weltweit größte Reifenhersteller Bridgestone/Firestone  aus Japan erreicht mit einem Umsatz 24.094 Millionen Euro Platz acht. - Bild: Bridgestone/Firestone

    Der weltweit größte Reifenhersteller Bridgestone/Firestone aus Japan erreicht mit einem Umsatz 24.094 Millionen Euro Platz acht. - Bild: Bridgestone/Firestone

  • Von Platz acht auf Platz sieben konnte sich Aisin verbessern. Der Hersteller von Getriebe, Bremssystemen, Karosserie- und Motorenteilen setzte 24.104 Millionen Euro um. - Bild: Aisin

    Von Platz acht auf Platz sieben konnte sich Aisin verbessern. Der Hersteller von Getriebe, Bremssystemen, Karosserie- und Motorenteilen setzte 24.104 Millionen Euro um. - Bild: Aisin

  • Einen großen Sprung machte ZF Friedrichshafen, der Konzern verbesserte sich von Platz elf in 2014, auf jetzt Platz sechs mit einem Umsatz von 27.434 Millionen Euro. ZF stellt Fahrwerks- und Antriebssysteme, aber auch Elektronik und Software her. - Bild: ZF Friedrichshafen

    Einen großen Sprung machte ZF Friedrichshafen, der Konzern verbesserte sich von Platz elf in 2014, auf jetzt Platz sechs mit einem Umsatz von 27.434 Millionen Euro. ZF stellt Fahrwerks- und Antriebssysteme, aber auch Elektronik und Software her. - Bild: ZF Friedrichshafen

  • Cockpit-, Frontend- und Chassismodule aus Südkorea: Hyundai Mobis belegt mit einem Umsatz von 28.096 Millionen Euro Platz fünf. - Bild: Hyundai Mobis

    Cockpit-, Frontend- und Chassismodule aus Südkorea: Hyundai Mobis belegt mit einem Umsatz von 28.096 Millionen Euro Platz fünf. - Bild: Hyundai Mobis

  • Den vierten Platz macht Magna: Der kanadische Konzern stellt hauptsächlich Karosserie- und Fahrwerksysteme sowie Exterieur-Ausstattungen her. Der Umsatz betrug 29.408  Millionen Euro. - Bild: Magna

    Den vierten Platz macht Magna: Der kanadische Konzern stellt hauptsächlich Karosserie- und Fahrwerksysteme sowie Exterieur-Ausstattungen her. Der Umsatz betrug 29.408 Millionen Euro. - Bild: Magna

  • Der japanische Hersteller Denso belegt mit einem Umsatz von 34.292 Millionen Euro Platz drei. Das Unternehmen produziert Klimasysteme, Motorsteuerungen und Human-Machine-Interfaces. - Bild: Denso

    Der japanische Hersteller Denso belegt mit einem Umsatz von 34.292 Millionen Euro Platz drei. Das Unternehmen produziert Klimasysteme, Motorsteuerungen und Human-Machine-Interfaces. - Bild: Denso

  • Wie im Vorjahr auf Platz zwei: Continental. Der Umsatz des Reifenherstellers, der auch Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme produziert, betrug 39.232 Millionen Euro. - Bild: Continental

    Wie im Vorjahr auf Platz zwei: Continental. Der Umsatz des Reifenherstellers, der auch Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme produziert, betrug 39.232 Millionen Euro. - Bild: Continental

  • Den ersten Platz belegt Bosch. Der Hersteller von Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsystemen nimmt den Spitzenplatz ein, so wie bereits im letzten Jahr. Der Umsatz betrug 41.700 Millionen Euro. - Bild: Bosch

    Den ersten Platz belegt Bosch. Der Hersteller von Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsystemen nimmt den Spitzenplatz ein, so wie bereits im letzten Jahr. Der Umsatz betrug 41.700 Millionen Euro. - Bild: Bosch