Volkswagen VW China Budd-e Kooperation E-Auto

BUDD-e, das Showcar der CES 2016, tourt derzeit als Botschafter der E-Mobilität durch China. - Bild: Volkswagen

Das bestätigten Volkswagen sowie das chinesische Staatsunternehmen am Mittwoch. Demnach haben die beiden Autohersteller gestern in Wolfsburg eine Grundsatzvereinbarung ("Memorandum of Understanding") unterzeichnet. Darin werden die nächsten Verhandlungsschritte zwischen den beiden Unternehmen festgelegt.

Ziel ist die langfristige Zusammenarbeit und gemeinsame Entwicklung rein elektrisch betriebener Fahrzeuge in China. Laut Jianghuai soll innerhalb der kommenden fünf Monate eine formale Vereinbarung über ein Joint Venture mit VW erzielt werden.

"Wir wollen in der Elektromobilität eine führende Position einnehmen. Daher prüft der Volkswagen Konzern alle Möglichkeiten, um eine enge und wechselseitig gewinnbringende Partnerschaft mit JAC zu realisieren. Wir sind davon überzeugt, dass nicht nur unsere beiden Unternehmen davon profitieren, sondern auch für unsere Kunden, die Umwelt und die chinesische Bevölkerung wird unsere Partnerschaft ein Gewinn sein", sagte der VW-Chef Matthias Müller.

Laut der Grundsatzvereinbarung wollen beide Seiten diskutieren, in wieweit die Gründung eines neuen Joint Ventures mit Fokus auf New Energy Vehicles (NEV) perspektivisch denkbar und umsetzbar ist.

Die neue Kooperation soll die gesamte Bandbreite von Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb sowie von Mobilitätsdienstleistungen im Bereich der NEV sowie Komponenten zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs umfassen. Oberste Priorität hat laut VW die Entwicklung emissionsfreier Mobilitätslösungen.

"Wir freuen uns auf die breit angelegte Kooperation mit dem Volkwagen Konzern, deren Fokus auf New Energy Vehicles liegt, um unseren chinesischen Kunden höchst kosteneffiziente, batteriebetriebe Elektrofahrzeuge und qualitativ hochwertige Mobilitätsdienstleistungen anbieten zu können", kommentierte An Jin, Vorstandsvorsitzender der Anhui Jianghuai Automobile.

Damit werde auch der NEV-Sektor in China entwickelt und die Transformation der chinesischen Autoindustrie vorangetrieben. Die angestrebte Zusammenarbeit zwischen JAC und dem Volkswagen Konzern könne als beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt, von dem beiden Seiten profitieren, bezeichnet werden.

"Wir hoffen, dass wir diese Kooperation im Zuge der Marktöffnung der chinesischen Automobilindustrie zu einem innovativen Geschäftsmodell entwickeln können", so Jin weiter.

E-Autos sollen Luftverschmutzung senken

VW ist seit Ende der 1980er Jahren in China aktiv und verfügt über zwei Partnerschaften in dem Wachstumsmarkt. Zusammen mit SAIC Motor Corp und FAW Group Corp produzieren die Wolfsburger vor Ort Fahrzeuge. Die chinesische Regierung setzt sich verstärkt für Elektrowagen ein, um die Luftverschmutzung einzudämmen.

Ausländische Unternehmen müssen in China wegen der Vorgaben Pekings über lokale Partnerschaften verfügen, um überhaupt Autos in dem Land produzieren zu können. Im vergangenen Jahr verkaufte die Volkswagen AG insgesamt 3,55 Millionen Fahrzeuge in China, das ist mehr als ein Drittel der weltweiten Absätze des Unternehmens.

Schnellstmögliche Produktstrategie

"Gemeinsam werden der Volkswagen Konzern und JAC alle Möglichkeiten der Ressourcenbündelung – bestehende sowie zukünftige Plattformen, Technologien und Knowhow inbegriffen – gründlich überprüfen, um so schnell wie möglich eine konkurrenzfähige Produktstrategie entwickeln zu können", sagte Prof. Dr. Jochem Heizmann, Mitglied des VW-Vorstands und Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Group China.

"Wir als Volkswagen Group China fokussieren uns darauf, die Elektromobilität weiterzuentwickeln, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden."

Anhui Jianghuai Automobile

Die Anhui Jianghuai Automobile (JAC) ist ein Automobilhersteller mit einer umfangreichen Produkt- und Leistungspalette, die Forschung und Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Dienstleistungen sowie weitere Geschäftszweige für Nutz- und Passagierfahrzeuge umfasst – Aggregate mit eingeschlossen. JAC besitzt zwei Automobilmarken: "Jianghuai" und "Ankai".

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 hat JAC 333.639 Fahrzeuge und Fahrwerke ausgeliefert (+14,15 Prozent). Der Verkauf alternativ betriebener Fahrzeuge ist im Vergleich zum Vorjahr massiv angestiegen (+261 Prozent), während der Verkauf von SUVs weiterhin solide (+30 Prozent) wuchs.

JACs Produktpalette umfasst in erster Linie schwere, mittlere, leichte Lastkraftwagen, multifunktionelle Nutzfahrzeuge, SUVs, Limousinen, Busse und Kernkomponenten wie Fahrwerke, Getriebe, Motoren und Achsaggregate.