VW-Markenchef Herbert Diess präsentierte in einer Preview der Detroit Automesse den neuen Jetta.

VW-Markenchef Herbert Diess präsentierte in einer Preview der Detroit Automesse den neuen Jetta. - VW

Mit einer Erholung des lange schwierigen US-Geschäfts und einem weltweiten Absatzrekord im Rücken setzt Volkswagen 2018 auf weitere Fortschritte in den Vereinigten Staaten. Dazu beitragen sollen neue Modelle und Milliarden-Investitionen in Nordamerika.

Im abgelaufenen Jahr lieferte die Kernmarke VW Pkw insgesamt mehr Autos aus als je zuvor. 6,23 Millionen Wagen mit dem VW-Emblem wurden in aller Welt an die Kunden übergeben - 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Sonntagabend zur Automesse in Detroit mitteilte. Auch im Dezember verbuchte die Marke rund um Golf, Passat und Tiguan mit 594 100 Autos einen Bestwert der Auslieferungen. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat lag das Plus hier bei 5,6 Prozent.

VW profitierte vor allem vom starken Geschäft in China - dort seien 3,18 Millionen Autos ausgeliefert worden (plus 5,9 Prozent). Schlechter lief es in Deutschland, wo die Dieselkrise den Absatz im vergangenen Jahr belastet hatte: Zwar konnte VW im Dezember die Zahlen um 8,4 Prozent auf 42 000 Autos steigern. Im Gesamtjahr aber gab es einen Rückgang um 4,7 Prozent auf 531 600 Stück.

"Hier in den USA legen wir den Grundstein, um Volkswagen als relevanten Volumenhersteller in Stellung zu bringen", sagte Markenchef Herbert Diess in Detroit. Bisher waren die Marktanteile eher gering, legten aber leicht auf knapp 2 Prozent zu. Man arbeite "hart" an einer Wiedergutmachung der Abgasaffäre.

In den USA, wo im September 2015 der Abgasskandal mit Millionen von manipulierten Dieselmotoren aufgeflogen war, sank die Zahl der Auslieferungen im Dezember um 18,7 Prozent auf rund 30 300 Autos. Im Gesamtjahr verzeichnete die Marke dagegen ein Plus von 5,2 Prozent auf 340 000 Auslieferungen - der erste Zuwachs seit 2013.

Milliarden-Investition geplant

Nun will die Kernmarke in Nordamerika mit viel Geld in die Offensive gehen. Bis 2020 sollen 3,3 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) in der Region investiert werden. Jährlich sollten bis dahin mindestens zwei neue Modelle auf dem US-Markt starten, sagte Diess. Eine zentrale Rolle soll der neue Jetta spielen, den Volkswagen in Detroit erstmals vorstellt. Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken sprach von "sichtbaren Fortschritten" beim Comeback der Marke in den USA.

In der Aufarbeitung der Abgas-Affäre hatte Volkswagen zuvor gemeldet, in Kanada weitere Entschädigungen an Kunden akzeptiert zu haben. Der Vergleich habe einen Wert von bis zu 290,5 Millionen kanadische Dollar (191 Millionen Euro), hieß es auch von den Klägeranwälten. Gerichte müssen die vorläufige Grundsatzeinigung noch genehmigen.

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