Matthias Müller Volkswagen

ie drohende Milliardenstrafe bereitet der Volkswagen-Spitze, im Vordergrund VW-Chef Matthias Müller, sicherlich Kopfzerbrechen, nichtsdestotrotz baut der Konzern auf die eigene Finanzkraft. - Bild: VW

Die Einschätzung gab ein Sprecher des Autokonzerns am Dienstag (27.9.) auf Anfrage ab. Zuvor hatten sich an der Börse Sorgen ausgebreitet, US-Behörden könnten wegen des Abgasskandals eine existenzgefährdende Strafe gegen Volkswagen verhängen. Auslöser dafür war ein Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg", demzufolge das US-Justizministerium prüft, welche Strafe es festsetzen kann, ohne den deutschen Autokonzern in die Insolvenz zu treiben.

Bislang ist weitgehend offen, wie die amerikanische Justiz Volkswagen für die Manipulationen von Abgaswerten bestrafen wird. Vergleichsweise klar ist dagegen, wie hoch die Kosten für den Autokonzern in den zivilrechtlichen Auseinandersetzungen in den USA ausfallen: Volkswagen hat sich im Juni mit Behörden und anderen Beteiligten auf eine Zahlung von rund 15 Milliarden US-Dollar wegen der Manipulationen an Zwei-Liter-TDI-Motoren geeinigt. Unklar ist noch, wie der Konzern Kunden und die Allgemeinheit mit Blick auf die betroffenen Fahrzeuge mit drei Liter Hubraum entschädigen will.

Der Automobilanalyst Arndt Ellinghorst schätzt die Gesamtkosten des Abgasskandals für Volkswagen auf rund 26 Milliarden Euro nach Steuern. Um die mögliche Strafe einzugrenzen, verwies er auf frühere US-Strafen gegen Autokonzerne: GM zahlte rund 900 Millionen Dollar wegen defekter Türschlösser, Toyota überwies 1,2 Milliarden Dollar wegen fehlerhafter Gaspedale. Wenngleich die Fälle nicht direkt zu vergleichen seien, bezweifele er, dass eine sehr viel höhere Strafe gegen Volkswagen gerechtfertigt sei, sagte Ellinghorst.

Zum Ende des Halbjahres verfügte Volkswagen über eine Nettoliquidität im Automobilgeschäft von 28,8 Milliarden Euro. Ellinghorst vom Analyseunternehmen Evercore ISI bezweifelt denn auch, dass Volkswagen an der US-Strafe zugrunde gehen könnte.

Volkswagen selbst gab keine Einschätzung zur Höhe der US-Strafe ab. Dazu könne der Konzern erst dann einen Kommentar abgeben, wenn "die laufenden Verfahren und Untersuchungen abgeschlossen sind", teilte ein Unternehmenssprecher mit. Offenbar mit Blick auf die gebildeten Rückstellungen im Umfang von rund 17,8 Milliarden Euro fügte er hinzu: Alle "bislang bekannten Konsequenzen der Dieselthematik" seien "abgedeckt".