Audi Vertriebschef Dietmar Voggenreiter

Audi Vertriebschef Dietmar Voggenreiter glaubt an den Durchbruch der Elektromobilität. - Bild: Audi

Der Ingolstädter OEM wolle bei dieser Verlagerung eine führende Rolle einnehmen, so Voggenreiter. Die Nachfrage nach Elektroautos, die lange als Nischenfahrzeuge galten, erwache inzwischen, denn die Verbraucher wollen umweltfreundliche Fahrzeuge, sagt Audis Chef-Vertriebler. Zwar habe Audi diesen Trend schon seit Jahren erwartet, doch die jüngste Restrukturierung bei Volkswagen habe den Schritt der Marke zu Elektroautos beschleunigt.

Volkswagen hat im Juni den größten Konzernumbau in der Unternehmensgeschichte angekündigt, nachdem US-Behörden dem deutschen Hersteller vorwarfen, seine Dieselmotoren zu manipulieren, um bei Abgastests zu tricksen. Im Zuge des Umbaus kündigte Volkswagen an, die Entwicklung von Elektroautos und neuen Technologien offensiver voranzutreiben. Der Umbau betrifft das gesamte Volkswagen-Portfolio, zu dessen zwölf Marken unter anderem Volkswagen, Audi und Porsche gehören.

Voggenreiter erklärte, das vom Audi-Management in diesem Jahr gesetzte Ziel, bis 2020 zwischen 25 und 30 Prozent der Umsätze mit Elektroautos zu erwirtschaften, sei "erreichbar". Audi geht davon aus, dann drei Elektroautomodelle am Markt zu haben.

Auch Audi konzentriert sich zudem darauf, sich von einem konventionellen Autobauer zu einem digitalen Automobilunternehmen zu entwickeln. Die digitalen Initiativen sollen letztlich einen zweistelligen Prozentsatz der Unternehmensgewinne erzielen, so Voggenreiter.

Audi startet Carsharing in Hongkong

Im vergangenen Jahr stellte Audi sein Carsharing-Programm "Audi at Home" in San Francisco und Miami vor, bei dem Fahrer Autos für kurze Strecken über ihre Mobilgeräte mieten können. Das Programm, das in dieser Woche auf Hongkong ausgeweitet wurde, verzeichnet laut Audi eine starke Nachfrage. In den ersten beiden Tagen seit Markteinführung hätten sich 90 Personen angemeldet.

"Wenn Sie Autos verkaufen, müssen sie diese Mobilitätslösungen haben", sagte Voggenreiter. Das gelte vor allem für Städte wie Hongkong, wo die Parkplätze begrenzt seien und die Verbraucher vielleicht keine eigenen Autos kaufen wollten. Das Carsharing-Programm soll auf das chinesische Festland und andere Teile Asiens ausgeweitet werden. Einen Zeitrahmen dafür hab Audi allerdings nicht.

In China erwartet Audi in diesem Jahr ein Umsatzwachstum um 5 bis 10 Prozent, das liegt laut Voggenreiter im Rahmen der Marktentwicklung.