Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer: "Wer soll denn in den USA jetzt noch einen VW kaufen? Ich würde das Werk auf jeden Fall für eine andere Marke hernehmen, dann kann man es auch zur Auslastung bringen." - Bild: Youtube/Zeiss

Es werde diskutiert, ob VW als ein Teil der Wiedergutmachung von "Dieselgate" schadstofffreie Elektroautos in den USA produzieren und sich am Aufbau eines Netzes von Stromtankstellen in den USA beteiligen soll.

Nach Einschätzung von Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer wäre das jedoch weder für VW noch für Amerika die richtige Lösung zu der Krise. "VW in Chattanooga E-Autos produzieren zu lassen bringt gar nichts", sagt der Experte und verweist unter anderem darauf, dass VW im Moment noch gar keine ausgereiften Modelle im Elektrosegment habe. "Wenn man in Chattanooga noch irgendetwas Neues produzieren will, dann sollte man Audis oder vielleicht Porsches dort bauen. Wenn VW etwa den Macan und den Q5 in Chattanooga produziert, dann haben sie das Werk voll."

"Passat ist tot in den USA"

Für die anderen VW-Modelle gibt es aus Sicht von Dudenhöffer so gut wie keinen Absatzmarkt mehr in den Vereinigten Staaten: "Wer soll denn in den USA jetzt noch einen VW kaufen? Ich würde das Werk auf jeden Fall für eine andere Marke hernehmen, dann kann man es auch zur Auslastung bringen. Aber so wie das jetzt läuft, kann man das nicht lassen. Der VW Passat ist tot in den USA und es ist sehr fraglich, ob man VW überhaupt in Amerika stabilisieren kann."

Denn VW bekomme die Lage in den USA nicht in den Griff und die Lage werde jeden Tag schwieriger als besser. Aus Sicht von Dudenhöffer liegt das zu großen Teilen am Aufsichtsrat, der Teil des alten Systems sei und nicht geeignet, um in die Zukunft zu gehen.