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Volkswagen hat sich im laufenden Geschäft noch nicht von dem Skandal um manipulierte Abgaswerte erholt. - Bild: Pixabay

Das Unternehmen trafen im dritten Quartal zudem weitere Rückstellungen bei der Tochter Audi. Das konzernweite operative Ergebnis vor Sondereinflüssen steigerte Volkswagen anders als von Analysten erwartet in dem Dreimonatszeitraum gleichwohl um 17 Prozent auf rund 3,75 Milliarden Euro.

Die Kernmarke Volkswagen trug den ersten stark gerundeten Zahlen zufolge allerdings nur noch rund 300 Millionen Euro zum Gewinn des laufenden Geschäfts bei. Ihr bereinigtes operatives Ergebnis hatte im dritten Quartal des Vorjahres noch 801 Millionen Euro betragen. Die Marke VW ist besonders vom Abgasskandal betroffen. Anders als in früheren Quartalen hat sie jüngst zwar die Zahl ihrer weltweiten Auslieferungen gesteigert. Grund dafür ist aber nur die große Nachfrage in China, die kaum Einfluss auf die operativen Ergebnisse des Unternehmens hat. Der Erfolg der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen fließt erst in das Beteiligungsergebnis des Volkswagen-Konzerns ein.

Die Marke VW hatte im August zudem mehrere Tage lang die Golf- und Passat-Produktion ruhen lassen müssen, weil Unternehmen der Zulieferergruppe Prevent die Volkswagen-Werke nicht mehr mit bestimmten Teilen versorgten. Nach Ansicht von Analysten dürfte auch dies den Gewinn der Marke VW beeinträchtigt haben.

Der Abgasskandal hat Volkswagen im dritten Quartal abermals auch durch weitere Rückstellungen belastet: Die Tochter Audi verbuchte nach eigenen Angaben finanzielle Belastungen in Höhe von insgesamt 620 Millionen Euro, die zum Teil allerdings auch mit fehlerhaften Airbags des Zulieferers Takata in Zusammenhang stehen dürften. Das unbereinigte operative Konzernergebnis des VW-Konzerns verbesserte sich dennoch nach einem Vorjahresverlust von 3,48 Milliarden Euro ganz erheblich auf einen Gewinn von 3,31 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich im dritten Quartal von -1,67 Milliarden Euro auf 2,34 Milliarden Euro. Grund für die hohen Verluste im dritten Quartal des Jahres 2015 waren die damals gebuchten ersten Milliarden-Rückstellungen wegen des Abgasskandals.

Die eigenen Gewinnprognosen für das gesamte Geschäftsjahr ließ Volkswagen am Donnerstag unverändert. Der Konzern geht damit weiter von einer operativen Rendite vor Sondereffekten zwischen 5,0 und 6,0 Prozent aus - nach 6,0 Prozent im vergangenen Jahr. Optimistischer gab sich Volkswagen aber mit Blick auf den Umsatz. Der Konzern erwartet nun, dass die Erlöse "den Vorjahreswert erreichen können". Zuvor hatte Volkswagen einen Umsatzrückgang um bis zu 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert vorausgesagt.