Nach dem Abgasskandal ist bei VW ein Sparprogramm angesagt.

Nach dem Abgasskandal ist bei VW ein Sparprogramm angesagt.

Der Autokonzern werde seine Sparbemühungen "nachjustieren", kündigte Müller bei einer Betriebsversammlung am Dienstag in Wolfsburg an. "Ich bin ganz offen: Das wird nicht ohne Schmerzen gehen", sagte er vor rund 20.000 Mitarbeitern weiter.

Die "geschäftlichen und finanziellen Folgen" des Skandals seien "heute noch nicht absehbar", sagte Müller weiter. Volkswagen stelle deshalb "jetzt alle geplanten Investitionen nochmal auf den Prüfstand". Zugleich allerdings dürfe der Autohersteller seine Position "jetzt nicht aufs Spiel setzen". Volkswagen dürfe sich "nicht um die Zukunft sparen", warnte er. Zuvor hatte schon Konzern-Betriebsratschef Bernd Osterloh gesagt, das Unternehmen müsse "mit großer Konsequenz alles in Frage stellen müssen, was nicht wirtschaftlich ist".

Müller versprach vor den Mitarbeitern abermals eine "schnelle und schonungslose Aufklärung" der Abgasmanipulationen. Er stellte zudem in Aussicht, die Unternehmenskultur ändern zu wollen: "Volkswagen muss wieder für mehr Integrität stehen, nicht nur auf dem Papier, sondern immer und überall", sagte er. "Ich will zusammen mit Ihnen beweisen, dass unsere Werte gelten, und dass Volkswagen, dass wir alle das Vertrauen der Menschen verdienen", fügte der Konzernchef hinzu.

Der Betriebsratschef des Volkswagen-Konzerns, Bernd Osterloh, hatte zuvor auf der Betriebsversammlung betont: "Wir werden mit großer Konsequenz alles in Frage stellen müssen, was nicht wirtschaftlich ist." Zwar habe die von den Abgasmanipulationen ausgelöste Krise derzeit "noch keine Konsequenzen für Arbeitsplätze", sagte er. Es sei aber "noch nicht abzusehen, wie unsere Kunden auf diesen Skandal reagieren werden". Die Abgaskrise werde Auswirkungen auf das Ergebnis der Marke Volkswagen und damit auf  Bonuszahlungen haben, sagte der Betriebsratschef voraus. Er warnte aber vor einer allzu großen Belastung der Mitarbeiter: "Klar ist: Wir zahlen nicht die Zeche für das Fehlverhalten einer Gruppe von Managern."

Osterloh forderte zudem abermals die Aufklärung des Abgasskandals. "Wir müssen mit aller Härte das gesetzeswidrige Verhalten Einzelner aufklären", sagte er bei der Versammlung, an der nach Betriebsratsangaben rund 20.000 Mitarbeiter teilnahmen. Der Skandal habe den "Konzern mit seinen weltweit 600.000 Beschäftigten erschüttert". Volkswagen habe aber "die Kraft, diese Krise gestärkt hinter sich zu lassen", fügte Osterloh hinzu.