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Die Kernmarke VW erzielte trotz ihrer besonderen Verstrickung in den Abgasskandal einen Halbjahresgewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen von rund 900 Millionen Euro.- Bild: VW

Der Autokonzern steigerte seine bereinigte operative Marge in der ersten Jahreshälfte auf 7,0 Prozent und damit um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich im Vorjahreszeitraum.

Schon in der vergangenen Woche hatte Volkswagen per Ad-Hoc-Mitteilung von einem überraschend hohen bereinigten Gewinn aus dem laufenden Geschäft berichtet. Mit dem Halbjahrsbericht legte der Konzern am Donnerstag auch den Umsatz offen. Volkswagen erlöste demnach zwischen Januar und Juni 107,94 Milliarden Euro und damit 0,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Wie aus den am Donnerstag vorgelegten Zahlen weiter hervorgeht, hat sich jüngst auch das Geschäft der Kernmarke VW erholt: Die Marke erzielte vor Steuern und Zinsen sowie bereinigt um Sondereinflüsse trotz ihrer besonderen Verstrickung in den Abgasskandal einen Halbjahresgewinn von rund 900 Millionen Euro. Das Ergebnis lag damit zwar rund 35 Prozent unter der Vergleichszahl aus dem Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal hatte der Rückgang allerdings viel dramatischere 86 Prozent betragen.

Schon in der vergangenen Woche hatte Volkswagen mitgeteilt, dass der Konzern im zweiten Quartal weitere Milliardenkosten wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte verbucht hat. Den nun bestätigten Angaben zufolge fielen im ganzen ersten Halbjahr negative Sondereffekte von 2,2 Milliarden Euro an. Davon entfielen 1,6 Milliarden Euro auf neue Rückstellungen wegen der Abgasmanipulationen, wie Volkswagen am Donnerstag mitteilte. Damit umfasst die Risikovorsorge wegen des Skandals nun etwa 17,8 Milliarden Euro.

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Ohne Berücksichtigung der Sondereffekte hat Volkswagen in der ersten Jahreshälfte konzernweit vor Steuern und Zinsen 7,52 Milliarden Euro verdient, nach 6,99 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl hat der Konzern nun konkretisiert. Nach Abzug der Sondereffekte betrug das Halbjahresergebnis 5,34 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Volkswagen die Kennzahl auf 6,82 Milliarden Euro beziffert.

Nach Steuern - und damit auch unter Berücksichtigung des Erfolgs der chinesischen Joint-Ventures - blieb Volkswagen in der ersten Jahreshälfte ein Gewinn von 3,58 Milliarden Euro. Das ist 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Wie der Autokonzern schon in der vergangenen Woche angekündigt hatte, ließ Volkswagen den Ausblick auf das Gesamtjahr am Donnerstag unverändert. Die Konzernverantwortlichen rechnen für das Gesamtjahr demnach weiter mit einer operativen Rendite vor Sondereinflüssen zwischen 5,0 und 6,0 Prozent, nach 6,0 Prozent im vergangenen Jahr. Der Umsatz dürfte der unternehmenseigenen Schätzung zufolge um bis zu 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr schrumpfen - wegen des Abgasskandals, aber auch wegen der Nachfrageschwäche etwa in Südamerika und Russland sowie angesichts von ungünstigeren Wechselkursen.