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In den USA und Europa wird gegen VW beziehungsweise Audi wegen möglicher Schummelsoftware in einem Automatikgetriebe ermittelt. - Bild: Pixabay

Der Abgasskandal von Volkswagen, der nun auch die Luxusautotochter Audi erfasst hat, könnte die Position von Audi-Chef Rupert Stadler schwächen. Audi ist eine der größten Ertragsperlen der Wolfsburger.

Betroffen seien die Modellreihen Audi A6 und A8 sowie der SUV Q5. Volkswagen spricht über die Sache bereits seit Monaten mit der US-Umweltbehörde EPA, hat aber erst jüngst das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) darüber informiert.

"Seit Juli weiß die EPA darüber Bescheid", sagte ein Volkswagen-Sprecher dem Wall Street Journal. Die EPA habe diese Unregelmäßigkeiten durch erweiterte Testes mit Autos von VW, Porsche und Audi bemerkt, die mit Drei-Liter-Dieselmotoren, gebaut von Audi, augestattet sind. Audi erklärte, die Gespräche mit dem Kraftfahrt-Bundesamt liefen und die US-Untersuchungen wollte Audi nicht kommentieren.

Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche unter Berufung auf Insider berichtet, dass kalifornische Regulierer jüngst in Audi-Fahrzeugen eine Software entdeckt hätten, mit der anscheinend bei CO2-Emissionen geschummelt wurde. Die Audi-Software verschleierte offenbar die Emissionen, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden. Darin unterscheidet sich der neueste Vorfall vom VW-Abgasskandal des Vorjahres, als es um Smog ging.

Die neuen Vorwürfe kommen zu einer Zeit, als Volkswagen gerade erst dabei ist, mit milliardenschweren Vergleichen den Abgasskandal abzuhaken, der allein in Europa den Rückruf von nahezu neun Millionen Autos auslöste. Die beanstandete Software wurde in VW- und Audi-Dieselautos eingesetzt, um zu suggerieren, dass strenge Emissionsauflagen für Stickoxide in Labortests eingehalten werden.

Der Ärger um Audi setzt dabei den Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler unter Druck. Am Wochenende berichtet der Spiegel, bei Volkswagen gebe es Vorbereitungen für eine eventuelle Ablösung von Rupert Stadler als Chef der VW-Tochter. Die VW-Aufsichtsräte sprächen über "mögliche Nachfolgekandidaten für den Fall, dass sie Stadler ablösen müssen". Die größten Chancen hätten dabei Opel-Chef Karl Thomas Neumann und der ehemalige Skoda-Vorstandsvorsitzende Winfried Vahland. Ein VW-Konzernsprecher sagte, man weise Spekulationen um eine mögliche Nachfolgesuche für Stadler zurück.

Von Stadler bis Waltl: Die Audi-Vorstände 2016

  • Rupert Stadler

    Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG. - Bild: Audi

  • Stefan Knirsch

    Stefan Knirsch, Vorstand Technische Entwicklung der Audi AG, Rücktritt am 26. September 2016. - Bild: Audi

  • Bernd Martens

    Bernd Martens, Vorstand Beschaffung der Audi AG. - Bild: Audi

  • Peter Mertens

    Peter Mertens, Vorstand Technische Entwicklung der Audi AG. - Bild: Audi

  • Thomas Sigi

    Thomas Sigi, Vorstand Personal und Organisation der Audi AG. - Bild: Audi

  • Axel Strotbek

    Axel Strotbek, Vorstand Finanz und IT der Audi AG. - Bild: Audi

  • Dietmar Voggenreiter

    Dietmar Voggenreiter, Vorstand Marketing und Vertrieb der Audi AG. - Bild: Audi

  • Hubert Waltl

    Hubert Waltl, Vorstand Produktion und Logistik der Audi AG. - Bild: Audi