FRANKFURT AM MAIN (ba).  Das geht aus dem Bericht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zur wirtschaftlichen Lage der Branche hervor. Die Nachfrage nach Chemikalien im Inland stagnierte und auch das traditionell robustere Auslandsgeschäft zeigte eine gedämpfte Entwicklung, schreibt der VCI. Die Auslastung der Anlagen blieb unverändert bei 85 %.

Der VCI geht für den weiteren Verlauf des Jahres nur noch von einem verhaltenen Wachstum in der Branche aus. Wegen der starken ersten Jahreshälfte rechnet der Verband für das Gesamtjahr 2010 unverändert mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 11 %. Der Umsatz dürfte um 18 % zulegen.

Im dritten Quartal 2010 stieg die Produktion chemischer Erzeugnisse gegenüber dem Vorquartal nur noch um 0,5 %. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum belief sich der Zuwachs auf 10 %. Die Produktion chemischer Grundstoffe konnte an das hohe Niveau des Vorquartales nicht mehr anknüpfen. Sie sank um mehr als 3 %. Dagegen konnten die Hersteller von Pharmazeutika und Wasch- oder Körperpflegemitteln ihre Produktion deutlich ausweiten. Auch für die Produzenten von Fein- und Spezialchemikalien lief das dritte Quartal gut.

Der starke Aufwärtstrend bei den Preisen für chemische Erzeugnisse setzte sich im dritten Quartal nicht fort. Von Juli bis September 2010 verteuerten sich Chemikalien nur noch um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal. Die abflauende Nachfrage und eine leichte Entspannung auf den Rohstoffmärkten dämpften den Preisanstieg.

Die deutschen Chemieunternehmen setzten mit 41,8 Mrd Euro 0,5 % mehr um als im Vorquartal. Das Inlandsgeschäft stagnierte bei 16,6 Mrd Euro. Der Auslandsumsatz wuchs um rund 1 % auf 25,2 Mrd Euro.

Die Zahl der Mitarbeiter in den deutschen Chemieunternehmen blieb konstant. Ein merklicher Beschäftigungsaufbau ist aus Sicht des VCI auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.