FRANKFURT (Dow Jones/rm). “Für 2010 stehen die Zeichen bei Wacker wieder auf Wachstum”, sagte Vorstandsvorsitzender Rudolf Staudigl am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München. Das Unternehmen erwarte aus heutiger Sicht einen Konzernumsatz von über 4 Mrd EUR, bekräftigte der Manager. Deutlich zulegen soll auch das EBITDA, beim Konzernergebnis will Wacker deutlich schwarze Zahlen schreiben.

“Die Wirtschaftskrise scheint vorbei zu sein”, sagte der Manager laut Redetext. Die Konjunkturdaten drehten derzeit in den grünen Bereich. “Im ersten Quartal haben wir das erfreulicherweise deutlich gespürt”, erklärte Staudigl. Bis das Unternehmen allerdings in allen Bereichen das Niveau vor dem Einbruch erreichen könne, werde noch einige Zeit vergehen. “Wir sind dennoch fest davon überzeugt, dass wir schnell an die erfolgreiche Geschäftsentwicklung vor der Krise anknüpfen können”, sagte Staudigl.

Der Ausbau der Produktionskapazitäten hat nach Aussage von Staudigl für Wacker Chemie dabei höchste Priorität. In der zweiten Jahreshälfte will der Münchener MDAX-Konzern mit dem Partner Dow Corning den weltweit größten Produktionsstandort für Siloxan im chinesischen Zhangjiagang in Betrieb nehmen. Am deutschen Standort Nünchritz wird der Ausbau der Polysiliciumkapazitäten vorangetrieben, um erste Mengen 2011 zu produzieren.

Das Unternehmen werde aber dennoch nicht locker lassen, die Produktivität im Konzern zu verbessern und die Kosten weiter zu reduzieren, kündigte Staudigl an. Dabei werde Wacker Chemie auch konsequent daran arbeiten, die unbefriedigende Ergebnissituation bei Siltronic zu verbessern und die Umstrukturierung fortsetzen.

Kritisch äußerte sich Staudigl zur Finanz- und Eurokrise. “Die Finanz- und Wirtschaftskrise, die wir in den vergangenen Monaten durchlebt haben, und die Eurokrise, die wir gerade durchleben, zeigen eines: Das Wirtschaften auf Pump müssen wir als Gesellschaft auf Dauer teuer bezahlen”, sagte der Manager. “Die Folgen dieser Krise belasten unsere Zukunft”. Die hohen Schulden, die die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen habe, könnten sich für die zukünftigen Wachstumsperspektiven als Bumerang erweisen”, warnte Staudigl.