Die Krise der Solarwirtschaft hat dem Spezialchemiekonzern Wacker das vergangene Jahr verdorben. -

Die Krise der Solarwirtschaft hat dem Spezialchemiekonzern Wacker das vergangene Jahr verdorben. - Bild: Imago

MÜNCHEN (Dow Jones/ks)–Straffen will das Unternehmen mit der Werksschließung die Produktionskapazitäten für 200-mm-Wafer. Die Produktionsvolumina des Werks Hikari sollen auf die bestehenden Standorte in Singapur und Portland übertragen werden, um dort die Auslastung zu verbessern. Die Maßnahme kostet Wacker voraussichtlich etwa 70 Mio Euro, wovon rund 45 Mio Euro liquiditätswirksam sind. Siltronic produziert am Standort Hikari Wafer für die Halbleiterindustrie sowie Siliciumkristalle und beschäftigt dort derzeit rund 500 Mitarbeiter.

Wegen dieser unerwarteten Kosten dürfte das EBITDA im laufenden Jahr nur noch unter dem Vorjahreswert liegen. Die Kosten waren in der bisherigen Prognose des Münchener Konzerns nicht enthalten. Das Unternehmen hatte im Oktober ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in etwa auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt.

Damit nahm Wacker nun die Erwartungen innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal nach unten. Bis Ende Oktober hatte das Unternehmen sein operatives Ergebnis EBITDA im laufenden Jahr noch über den Vorjahreswert von 1,19 Mrd Euro steigern wollen. Die nachlassende Nachfrage aus der Halbleiter- und Solarbranche hatten diese Einschätzung jedoch zunichte gemacht. Deshalb stellte das Unternehmen bis heute ein unverändertes EBITDA in Aussicht, eine Prognose die nun nicht mehr zu halten ist.