BMW Welt

Dunkle Wolken ziehen über den Vierzylinder genannten Konzernsitz von BMW auf. - Bild: Pixabay

Das teilte der Dax-Konzern in München mit. Es wäre das erste Mal seit dem Finanzkrisenjahr 2009, dass BMW die Marke von 8 Prozent nicht erreicht. Vor Steuern und Zinsen erwartet das Management in der Sparte nun eine operative Marge von mindestens 7 Prozent.

BMW macht unter anderem zu schaffen, dass die Konkurrenz vor der Einführung des neuen Prüfstandards für Abgas- und Verbrauchswerte (WLTP) zum 1. September in der EU Autos mit dem alten Prüfstandard auf den Markt geworfen und dabei hohe Rabatte gewährt hatte.

Die Angebotsintensität sei unerwartet hoch, hieß es vom Unternehmen. Der Umsatz mit Autos dürfte im Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahr (angepasster Wert 85,7 Mrd Euro) liegen. Bisher hatten die Münchner mit einer leichten Steigerung gerechnet.

Auch Rivale Daimler muss kämpfen

BMW ist mit seiner Gewinnwarnung nicht allein im Markt. Rivale Daimler hatte bereits im Juni seine Ziele senken müssen. Auch Zulieferer wie Conti bekommen derzeit Gegenwind zu spüren. Am Aktienmarkt kam die BMW-Aktie unter Druck und verlor zeitweise rund 5 Prozent. Auch die Titel von Daimler und Volkswagen wurden in Mitleidenschaft gezogen.

JPMorgan-Autoexperte Jose Asumendi rechnet nun mit rund 10 Prozent weniger Gewinn je Aktie als zuvor, wie er in einer ersten Reaktion schrieb. Die Gewinnwarnung lasse es zudem fraglich erscheinen, ob das Unternehmen auch im kommenden Jahr das Margenziel in der Autosparte von 8 bis 10 Prozent erreichen könne.

Auf Konzernebene wird das bisherige Ziel der Münchner, den Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau zu halten, ebenfalls verfehlt. Er dürfte moderat sinken - bei BMW bedeutet das einen Rückgang zwischen 5 und 10 Prozent.

Als weitere Gründe nannte das Unternehmen gestiegene Rückrufe und Kulanzmaßnahmen, zudem belasteten die andauernden internationalen Handelskonflikte. Vor allem zwischen den USA und China war ein Handelsstreit entflammt, höhere Zölle auf nach China importierte Autos aus US-Produktion dämpfen den Absatz im wichtigsten Einzelmarkt der Welt. In Südkorea und Europa muss BMW Hunderttausende Autos wegen möglicher Brandgefahr zurückrufen.

  • Ferrari

    Ferrari macht pro verkauftem Auto im Schnitt einen Gewinn von sage und schreibe 68.987 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Porsche Cayenne

    Auch Porsche hat eine starke Rendite. Der Sportwagenhersteller verdient pro Auto 16.780 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Maserati

    4.889 Euro bleiben als Gewinn hängen, wenn Maserati eines seiner Sportmodelle verkauft. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Audi RS3

    Premiumhersteller Audi macht pro Auto einen Gewinn von 3.347 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Mercedes S-Klasse Lenkrad

    Mercedes-Benz macht einen Gewinn von 3.343 Euro pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • BMW

    Auch BMW verdient nicht schlecht. Pro Auto macht der Münchner Hersteller einen Gewinn von 3.057 Euro. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Volvo V90

    2.425 Euro bleiben als Gewinn durchschnittlich hängen, wenn Volvo ein Auto verkauft. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Land Rover Defender

    Noch im grünen Bereich: Jaguar Land Rover macht einen Gewinn von 779 Euro pro Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Tesla Model S

    In den roten Zahlen ist Tesla. Das Unternehmen unter Führung von Elon Musk macht einen Verlust von 10.931 Euro pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

  • Bentley

    Bentleys sind teuer, Gewinn macht das Unternehmen aber dennoch nicht. 17.425 Euro verliert der Hersteller von Luxusautos pro verkauftem Auto. - Quelle: CAR-Center Automotive Research/Bild: Pixabay

BMW hatte vor einem schwierigen Jahr gewarnt

Im dritten und vierten Quartal würden sich die Probleme deutlich in den Ergebnissen zeigen, hieß es. BMW hatte ohnehin vor einem herausfordernden Jahr gewarnt.

Vorleistungen für neue Technik und Modelle kosten gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich rund eine Milliarde Euro zusätzlich. Auch der starke Euro und andere ungünstige Wechselkurse drücken auf die Ergebnisse und belasten mit einem mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Mögliche Bewertungseffekte des geplanten Gemeinschaftsunternehmens mit Daimler für Mobilitätsdienstleistungen bezieht BMW nicht in die eigene Prognose ein. Sollte das Vorhaben noch in diesem Jahr den Segen der Kartellbehörden erhalten, kommt es in der Finanzsparte der Münchner jedoch zu einem positiven Einmaleffekt, wie der Konzern bereits mitgeteilt hatte.

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