Dieter Zetsche mit Mercedes G-Klasse

Er muss Daimlers Weg in die Zukunft managen und den Wandel hin zur Mobilität der Zukunft moderieren: Dieter Zetsche, hier bei der Premiere der neuen G-Klasse. - Bild: Daimler

Trotz Diesel-Debatten und Kartell-Vorwürfen: Der Stuttgarter Konzern verbuchte 2017 einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro - 7 Prozent mehr als im Jahr 2016. Obwohl die Dynamik gegen Ende des Jahres nachgelassen hatte, verteidigte Daimler den weltweiten Spitzenplatz beim Verkauf von Premiumautos im vergangenen Jahr gegen den Rivalen BMW.

2,29 Millionen Autos der Kernmarke Mercedes-Benz wurden verkauft und damit 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Konzern insgesamt - also Trucks, Busse und Vans hinzugerechnet - setzte fast 3,3 Millionen Fahrzeuge ab. Das sind 9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hoffnungsträger E- und C-Klasse

Die Stuttgarter sind überzeugt, ihren Wachstumskurs fortsetzen zu können. Für Mercedes-Benz Cars erwartet der Konzern eine weitere leichte Absatzsteigerung und damit einen neuen Rekordwert. Vor allem China soll für Wachstumsimpulse sorgen. Die Basis dafür sei „das attraktive und innovative Modellportfolio, dessen Vielfalt größer ist als je zuvor ist“, wie es in einer Presseerklärung heißt.

So bringt Mercedes-Benz 2018 mehr als ein Dutzend neue oder zumindest überarbeitete Autos auf den Markt. Vor allem E- und C-Klasse dürften laut Unternehmensangaben weiterhin für Absatzimpulse sorgen. Auch auf der nicht enden wollenden SUV-Welle will Daimler weiter surfen.

So sehen die Schwaben den modellgepflegten GLA, der im Jahr 2017 auf den Markt kam, nach wie vor gut positioniert. Die neue G-Klasse soll ab Frühjahr 2018 Akzente setzen. Auch die GLC Modelle dürften ihren Wachstumskurs fortsetzen, heißt es in der Daimler-Prognose.

Mercedes-Benz, G-Klasse
Offroad-Legende, Imageträger und nach wie vor bei den Kunden begehrt: Die Mercedes G-Klasse. - Bild: Daimler

Kein Markteinbruch befürchtet

Das noch recht frische Modellportfolio der Stuttgarter trifft auf intakte Märkte. Daimler selbst prognostiziert, dass die weltweite Pkw-Nachfrage 2018 von einem hohen Niveau aus weiter zunehmen werde. Es sei mit einem leichten Anstieg von 2 Prozent zu rechnen, heißt es in der Pressemitteilung.

Der europäische und der chinesische Markt werden leicht wachsen, der amerikanische werde sich auf Vorjahresniveau bewegen. In Osteuropa sei insgesamt von einem deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen auszugehen. Das liege insbesondere an der fortgesetzten Erholung des russischen Marktes.

Absatzwachstum im Lkw-Geschäft

Mercedes-Benz Lkw
Daimler rechnet mit einer guten Nachfrage für seine Lkw. - Bild: Daimler

Nicht nur die Prognose für das PKw-Geschäft ist positiv, auch bei den Nutzfahrzeugen zeigt sich Daimler optimistisch. Das weltweit günstige Investitionsumfeld sorge für Nachfrage nach mittelschweren und schweren Lkw. Deshalb erwartet das Unternehmen in den meisten der relevanten Regionen ein deutliches Absatzwachstum.

Beispiel Brasilien: Dort sei nach der lang anhaltenden Schwächephase der vergangenen Jahre damit zu rechnen, dass die etwas schwungvollere wirtschaftliche Erholung auch einen deutlichen Anstieg des Lkw-Markts mit sich bringen werde – wenngleich dieser von einem sehr niedrigen Niveau kommt. Daimler Trucks geht für das Jahr 2018 davon aus, dass der Gesamtabsatz deutlich über dem Vorjahresniveau liegen werde.

Auch Mercedes-Benz Vans plant für dieses Jahr einen deutlichen Umsatzanstieg. Besonders starkes Wachstum erwartet die Transporter-Sparte in China und in den USA. Für die Region EU plus Schweiz und Norwegen rechnet das Geschäftsfeld ebenfalls mit einem deutlichen Zuwachs, nicht zuletzt dank der neuen X-Klasse.

Im Rahmen der Strategie „Mercedes-Benz Vans goes global“ hat die Transporter-Sparte das Portfolio um die X-Klasse erweitert. Der von Daimler als Premium-Pick-up bezeichnete Wagen kommt zunächst in Europa, Südafrika, Australien und Neuseeland auf den Markt. In Lateinamerika hat Daimler die Markteinführung für 2019 vorgesehen. Zusätzliches Wachstum erwartet die Transporter-Sparte 2018 vom neuen Sprinter. Den produziert das Unternehmen künftig auch in Nordamerika.

Mercedes X-Klasse
Mercedes hat mit der X-Klasse nun auch einen Pick-up im Angebot. Auf dem wichtigen Pick-up-Markt USA bietet der Hersteller den Wagen allerdings nicht an. - Bild: Daimler

Wie die anderen Geschäftsbereiche geht auch Daimler Buses von einer deutlichen Absatzsteigerung in diesem Jahr aus. Die Marktführerschaft in den wichtigsten klassischen Kernmärkten bei den Bussen über acht Tonnen werde gehalten. Insbesondere Europa, Südamerika und Indien sollen für kräftiges Wachstum sorgen.

Aufgrund dieser Annahmen zur Entwicklung wichtiger Absatzmärkte und der Planungen der Geschäftsfelder geht der Daimler-Konzern davon aus, den Absatz im Jahr 2018 insgesamt leicht steigern zu können. Auch der Umsatz werde leicht wachsen.

Investitionen in Mobilität der Zukunft

Daimler kann sich über diese positive Prognose freuen. Denn dem erwarteten Absatzanstieg stehen deutlich höhere Vorleistungen für neue Produkte und Technologien gegenüber.

Vor allem durch Lösungen für eine emissionsfreie und sichere Mobilität will sich das Unternehmen Vorteile im Wettbewerb verschaffen. Dabei setzt Daimler den Fokus zunehmend auf die Zukunftsfelder Vernetzung, autonomes Fahren, flexible Nutzung und Services sowie elektrische Antriebe. In diesen Feldern will Daimler eine Vorreiterposition einnehmen, wie es seitens des Unternehmens heißt.

Um die Ziele zu erreichen wird der Autobauer die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nochmals leicht erhöhen. Darüber hinaus will Daimler das Produktangebot in den kommenden Jahren entsprechend erweitern.

Mercedes EQA
Mercedes bringt in Zukunft viele elektrifizierte Autos auf den Markt. Dazu zählen auch Modelle der Elektro-Submarke EQ. - Bild: Daimler

Mercedes-Benz Cars kündigt an, das weltweite Produktionsnetzwerk für Elektromobilität weiterauszubauen. Unter der neuen Marke EQ will der Konzern sowohl Autos als auch Services rund um die E-Mobility anbieten.

Bis 2022 will die Pkw-Sparte über das gesamte Modellportfolio jedes Segment elektrifizieren – vom Kompaktwagen bis zum großen SUV. Insgesamt plant das Geschäftsfeld bis zum Jahr 2022 mehr als 50 elektrifizierte Modelle. Dazu zählen mehr als zehn vollelektrische Modelle, die Plug-In-Varianten sowie Autos, die die 48-Volt-Technologie nutzen.

Bei der Marke Smart werde es ab 2020 in Europa und Nordamerika nur noch Modelle mit elektrischem Antrieb geben. Die restlichen Regionen sollen kurz darauf folgen.

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Im Fokus der Erprobung stand laut Daimler insbesondere die Erkennung von Schulbussen, Fahrbahnmarkierungen und Geschwindigkeitsschildern. Darüber hinaus wurde das sogenannte Digital Light System erprobt. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Schulbusse sind in den USA ganz besondere Verkehrsteilnehmer. Sobald sie anhalten und die Warnlichter einschalten, muss der Verkehr in unmittelbarer Umgebung stillstehen. Kein Fahrzeug darf vorbeifahren, auch nicht in der Gegenrichtung. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Automatisierte und autonome Fahrzeuge müssen die Schulbusse von allen anderen Fahrzeugen unterscheiden können und erkennen, wenn sie anhalten, um Kinder ein- und aussteigen zu lassen. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Ebenso anspruchsvoll für Kamera- und Radarsysteme ist die Erkennung der separaten Carpool-Fahrspuren, die nur Fahrgemeinschaften ab mindestens zwei Personen nutzen dürfen. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Die sogenannten HOV Lanes (High-Occupancy Vehicle Lane) befinden sich auf mehrspurigen Interstates und Freeways in städtischen Bereichen. Für die Sensorik und die Algorithmen von automatisierten und autonomen Fahrzeugen ist es schwierig, sie als spezielle Fahrspuren zu erkennen und von normalen Spuren oder Ausfahrten zu unterscheiden. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Hinzu kommt, dass sie nicht auf einer bestimmten Fahrspur zu finden sind, sondern links, rechts oder in der Mitte sein können. Auch ihre Markierung ist nicht einheitlich. HOV Lanes können sowohl durch zwei gelbe, durchgezogene Linien als auch durch Metallplanken von den anderen Spuren getrennt sein oder sie sind mit aufgemalten Rauten markiert. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Zukünftige, autonome Fahrzeuge müssen darüber hinaus die Anzahl ihrer Passagiere kennen und wissen, ob sie die Carpool-Spur nutzen dürfen. Denn in Ballungsgebieten gibt es auch HOV Lanes, die nur für Fahrgemeinschaften ab drei (z. B. Los Angeles) oder sogar ab vier Personen (z. B. New York) erlaubt sind. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Eine weitere Herausforderung für Sensorik und Algorithmen von automatisierten Autos stellen die sogenannten Botts‘ Dots dar. Diese Punkte aus Kunststoff oder Keramik werden in vielen US‑Staaten auf Highways anstelle der üblichen Linien zur Fahrspurmarkierung eingesetzt. Automatisierte Systeme müssen sie zweifelsfrei erkennen, um verlässlich zu funktionieren. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Auch die US-Geschwindigkeitsbegrenzungsschilder sind einzigartig. Sie haben eine völlig andere Form und Größe als in Europa, Australien, Asien und Kanada. Selbst innerhalb der USA kann das Design dieser Schilder variieren. - Bild: Daimler

  • Mercedes, S-Klasse, automatisiertes Fahren

    Zusätzlich zu den landesspezifischen Besonderheiten testete Mercedes-Benz in Kalifornien und Nevada einen Scheinwerfer-Prototypen der innovativen Digital Light Technologie. Das blendfreie Dauerfernlicht in HD-Qualität verfügt über Chips mit mehr als einer Million Mikrospiegeln und damit Pixel pro Scheinwerfer. - Bild: Daimler