Künstliche Intelligenz (KI): Fluch oder Segen? Auf der Hannover Messe gehört KI zu den wichtigsten Trendthemen. Branchenbeobachter sehen ein «gigantisches Potenzial» für die Industrie. Doch was bedeuten intelligente Roboter für den Arbeitsmarkt?

Künstliche Intelligenz (KI): Fluch oder Segen? Auf der Hannover Messe gehört KI zu den wichtigsten Trendthemen. Branchenbeobachter sehen ein «gigantisches Potenzial» für die Industrie. Doch was bedeuten intelligente Roboter für den Arbeitsmarkt? - Bild: pixabay

Ob es zum Kontrollverlust kommen könne, liege in den Händen der Entwickler und Anwender, ist Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure VDI, überzeugt. Es sei Aufgabe von Ingenieuren und Informatikern, einen Kontrollverlust nicht zuzulassen, sagte Appel zum Auftakt der Messe.

Immer mehr Entscheidungen werden durch entsprechende Systeme automatisch getroffen. Und Roboter übernehmen schon heute zahlreiche Arbeitsschritte in den Werkhallen. Entscheidungen, die von KI-Systemen vorgeschlagen oder getroffen würden, müssten für den Anwender jedoch plausibel und transparent sein, fordert Appel. «Hierfür müssen die aktiven Player in die Pflicht genommen werden.»

Laut einer Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft BVDW glauben 48 Prozent der Befragten, dass der Mensch die Kontrolle beim Verhältnis Mensch-Maschine verlieren werde. 69 Prozent geht davon aus, dass durch Künstliche Intelligenz massenhaft Arbeitsplätze entfallen werden. Dass sich negative und positive Effekte die Waage halten werden, meint aber etwa die Hälfte (53 Prozent).

Einen Grund für die Befürchtungen sieht Ingo Notthoff vom BVDW darin, «dass das tatsächliche Verständnis, wie Künstliche Intelligenz funktioniert, insgesamt sehr gering ist». Es handele sich um ein «sehr komplexes Thema», für das zunächst Vertrauen aufgebaut werden müsse.  

"China verfügt über einen riesigen Markt und eine große Anzahl von Menschen, die sich mit KI beschäftigen." - Kurt Bettenhausen, Vorsitzender des VDI-Gremiums Digitale Transformation

Künstliche Intelligenz steckt nach Überzeugung des VDI in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Sie sei aber der "nächste logische Schritt im Rahmen der digitalen Transformation", sagte Appel. Der VDI gehe jedoch nicht davon aus, dass Roboter künftig den Menschen die Jobs streitig machen werden. "Wenn wir die digitale Transformation und die Möglichkeiten der KI richtig bewerten und angehen, wird daraus ein Jobmotor", sagte Appel. In einer Umfrage des Verbandes ist eine überwältigende Mehrheit der Mitglieder jedoch der Meinung, dass das Thema Künstliche Intelligenz in einem breiten gesellschaftlichen Rahmen diskutiert werden müsse. 

Industrie kommt um KI nicht herum

Die Industrie wird  - schon allein, um wettbewerbsfähig zu bleiben – auf neue Technologien der Künstlichen Intelligenz gar nicht verzichten können. Neben den USA wird vor allem China als mächtiger Konkurrent gesehen. "China verfügt über einen riesigen Markt und eine große Anzahl von Menschen, die sich mit KI beschäftigen", sagte Kurt Bettenhausen, Vorsitzender des VDI-Gremiums Digitale Transformation.

Neben Robotern und selbstlernenden Systemen gibt es eine Vielzahl an Verfahren. Viele seien von der Idee her nicht neu, aber heute hätten wir die Datenmengen und Technologien zur Verfügung, um sie zu realisieren, sagte Frank Breuer, Mathematiker bei der Beratungsagentur McKinsey. In neuronalen Netzen etwa, die dem menschlichen Gehirn nachgebildet sind, steckt nach Erhebungen von McKinsey ein "gigantisches" Potenzial. Allein bei Technologien wie dem sogenannten Deep Learning sehen die Berater ein Wertschöpfungspotenzial in Höhe von bis zu 5,8 Billionen Dollar jährlich.

  • Mit charmanter Unterstützung aus Fleisch und Blut prsentierten sich diese beiden Roboter aus dem hause Kuka. Übrigens: Wer genau hinschaut, kann unsere Kollegin Susanne Nördinger entdecken

    Mit charmanter Unterstützung aus Fleisch und Blut präsentierten sich diese beiden Roboter aus dem hause Kuka. Übrigens: Wer genau hinschaut, kann unsere Kollegin Susanne Nördinger entdecken ;). - Bild: Nördinger/Produktion

  • Yumeda ist ein neuer Roboter-Hersteller - und kommt aus der Region Hannover. Das Unternehmen ist aus der Leibnitz Universität hervorgegangen. Hauptinvestor der Yuanda Robotics GmbH ist die Shenyang Yuanda Aluminium Industry Group in China, ein in Shenyang angesiedeltes Unternehmen

    Yumeda ist ein neuer Roboter-Hersteller - und kommt aus der Region Hannover. Das Unternehmen ist aus der Leibnitz Universität hervorgegangen. Hauptinvestor der Yuanda Robotics GmbH ist die Shenyang Yuanda Aluminium Industry Group in China, ein in Shenyang angesiedeltes Unternehmen. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Elephant Robotics aus Shenzen in China. Der fröhliche Herr auf dem Bild präsentiert den Elephant S Series, einen Cobot, der bis zu fünf Kilogramm heben kann.

    Elephant Robotics aus Shenzen in China. Der fröhliche Herr auf dem Bild präsentiert den Elephant S Series, einen Cobot, der bis zu fünf Kilogramm heben kann. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Die Aventics GmbH liefert 'IOT to go' in einem Koffer. Der Smart Pneumatics Monitor als Starter Kit ist zum Beispiel für die Leckagedetektion gemacht. Er ist einfach in einer pneumatischen Anlage 'dazwischenschaltbar'.

    Die Aventics GmbH liefert 'IOT to go' in einem Koffer. Der Smart Pneumatics Monitor als Starter Kit ist zum Beispiel für die Leckagedetektion gemacht. Er ist einfach in einer pneumatischen Anlage 'dazwischenschaltbar'. - Bild: Poll/Produktion

  • Kuka ist wohl der bekannteste Roboterhersteller Deutschlands. Um die Feinfühligkeit seiner Roboter, speziell seiner MRK-Bots, zu demostrieren, lassen die Augsburger auf der Hannover Messe 2018 Eis von den Automaten verteilen

    Kuka ist wohl der bekannteste Roboterhersteller Deutschlands. Um die Feinfühligkeit seiner Roboter, speziell seiner MRK-Bots, zu demostrieren, lassen die Augsburger auf der Hannover Messe 2018 Eis von den Automaten verteilen. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Joerg Wahler, Vice President bei Cap Gemini Consulting, und Markus L. Rossmann, Head of CoE Digital Manufacturing/IoT Application Services bei Cap Gemini, demonstrierten ihre Anwendungsfälle im Bereich IoT

    Joerg Wahler, Vice President bei Cap Gemini Consulting, und Markus L. Rossmann, Head of CoE Digital Manufacturing/IoT Application Services bei Cap Gemini, demonstrierten ihre Anwendungsfälle im Bereich IoT. - Bild: Knüpffer/Produktion

  • Das Thema "Low-Cost-Robotics" hat sich Igus auf der Hannover Messe 2018 auf die Fahnen geschrieben. Die Kölner hat sich neben seiner Kunststoff- und Kabelkompetenz auch der preisgünstigen Automation verschrieben

    Das Thema "Low-Cost-Robotics" hat sich Igus auf der Hannover Messe 2018 auf die Fahnen geschrieben. Die Kölner hat sich neben seiner Kunststoff- und Kabelkompetenz auch der preisgünstigen Automation verschrieben. - Bild: Wilk/Produktion

  • Martin Sitter, Leiter Vertrieb/Marketing von Stego, zeigt die neuen Industrie 4.0-tauglichen Sensoren des Unternehmens.

    Martin Sitter, Leiter Vertrieb/Marketing von Stego, zeigt die neuen Industrie 4.0-tauglichen Sensoren des Unternehmens. - Bild: Knüpffer/Produktion

  • Die Wagner Group bietet den etwas anderen Brandschutz. Statt einer zwei- bis dreifach teureren Sprinkleranlage wird beispielsweise in einem Hochregallager der Sauerstoffanteil der Luft von 21 auf 15 bis 17 Volumenprozent reduziert

    Die Wagner Group bietet den etwas anderen Brandschutz. Statt einer zwei- bis dreifach teureren Sprinkleranlage wird beispielsweise in einem Hochregallager der Sauerstoffanteil der Luft von 21 auf 15 bis 17 Volumenprozent reduziert. - Bild: Poll/Produktion

  • Stefanie Hess, Marketing Communication Manager der Desoutter GmbH, vor einem Arbeitsplatz mit intelligenter Werkerführung. - Bild: Knüpffer/Produktion

    Stefanie Hess, Marketing Communication Manager der Desoutter GmbH, vor einem Arbeitsplatz mit intelligenter Werkerführung. - Bild: Knüpffer/Produktion

  • Adel B. Al-Saleh (r.), CEO bei T-Systems, skizzierte auf der Hannover Messe am Montag seine Pläne, wie er die Geschäftskunden-Sparte der Telekom wieder zu einem führenden Digital-Unternehmen machen will.

    Adel B. Al-Saleh (r.), CEO bei T-Systems, skizzierte auf der Hannover Messe am Montag seine Pläne, wie er die Geschäftskunden-Sparte der Telekom zu einem führenden Digital-Unternehmen machen will. - Bild: Wilk/Produktion

  • Bei Morsettitalia zeigte dieser vielfingrige geselle, was er an den Pianotasten so drauf hat

    Bei Morsettitalia zeigte dieser vielfingrige geselle, was er an den Pianotasten so drauf hat. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Bei Kawasaki kribbelte es so manchen Besucher in den Fingern, mit den 200 PS der nagelneuen Ninja H2 SX SE mal eine Rund ums Messegelände in Hannover zu drehen.

    Bei Kawasaki kribbelte es so manchen Besucher in den Fingern, mit den 200 PS der nagelneuen Ninja H2 SX SE mal eine Rund ums Messegelände in Hannover zu drehen. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Auf der Messe von TMH vorgestellt: Der elektrisch betriebene Gegengewichtsstapler Traigo 80 mit einer Traglast von sechs bis acht Tonnen ersetzt den Traigo HT.

    Auf der Messe von TMH vorgestellt: Der elektrisch betriebene Gegengewichtsstapler Traigo 80 mit einer Traglast von sechs bis acht Tonnen ersetzt den Traigo HT. - Bild: Poll/Produktion

  • Still setzt auf Assistenzsysteme: Für den Schmalgangbereich messen kleine Laufrollen, die sich vor den Rädern befinden, Bodenunebenheiten. Die sogenannte 'Active Floor Compensation' (AFC) gleicht über die exzentrisch gelagerten Räder die Unebenheiten aus, so dass das Chassis in einer Ebene bleibt.

    Still setzt auf Assistenzsysteme: Für den Schmalgangbereich messen kleine Laufrollen, die sich vor den Rädern befinden, Bodenunebenheiten. Die sogenannte 'Active Floor Compensation' (AFC) gleicht über die exzentrisch gelagerten Räder die Unebenheiten aus, so dass das Chassis in einer Ebene bleibt. - Bild: Poll/Produktion

  • Am Stand von Franka Emika konnten die Besucher Hand in Hand mit den Robotern arbeiten

    Am Stand von Franka Emika konnten die Besucher Hand in Hand mit den Robotern arbeiten. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Erinnern Sie sich an die Eisdielen-Roboter von Kuka? Nun - es gab auch andere Süßigkeiten bei den Augsburgern...

    Erinnern Sie sich an die Eisdielen-Roboter von Kuka? Nun - es gab auch andere Süßigkeiten bei den Augsburgern... - Bild: Nördinger/Produktion

  • Dr. Eberhard Niggemann, der Leiter der Weidmüller Akademie, wird auf dem TOP-Industrie-Forum am 25. Oktober in Lohne über Energieeffizienz bei Weidmüller sprechen.

    Dr. Eberhard Niggemann, der Leiter der Weidmüller Akademie, wird auf dem TOP-Industrie-Forum am 25. Oktober in Lohne über Energieeffizienz bei Weidmüller sprechen. - Bild: Knüpffer/Produktion

  • Philip Bäuerle, Junior Manager Product & Corporate Communication EMEA bei Voith, berichtete, dass Voith und das Münchner Robotik-Unternehmen Franka Emika eine strategische Partnerschaft eingegangen sind. Voith Robotics soll Systemanbieter für robotergestützte Automatisierungslösungen im digitalen Zeitalter werden.

    Philip Bäuerle, Junior Manager Product & Corporate Communication EMEA bei Voith, berichtete, dass Voith und das Münchner Robotik-Unternehmen Franka Emika eine strategische Partnerschaft eingegangen sind. Voith Robotics soll Systemanbieter für robotergestützte Automatisierungslösungen im digitalen Zeitalter werden. - Bild: Knüpffer/Produktion

  • Am Stand von Hiwin kamen Star-Wars-Fans auf ihre Kosten: Die Roboter führen eine fein choreografierte Lichtschwert-Show auf

    Am Stand von Hiwin kamen Star-Wars-Fans auf ihre Kosten: Die Roboter führen eine fein choreografierte Lichtschwert-Show auf. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Einer weiteren berühmten Filmreihe zollte man am Paletti-Stand Respekt: Ein lebensgroßes Alien stand bereit, den Besuchern Taschen zu überreichen - wenn sie sich trauen.

    Einer weiteren berühmten Filmreihe zollte man am Paletti-Stand Respekt: Ein lebensgroßes Alien stand bereit, den Besuchern Taschen zu überreichen - wenn sie sich trauen. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Und noch ein Film: Bei Shenhao war dieser Bursche unterwegs, der ein wenig an "Wall-E" aus dem gleichnamigen Disney-Pixar-Streifen erinnert

    Und noch ein Film: Bei Shenhao war dieser Bursche unterwegs, der ein wenig an "Wall-E" aus dem gleichnamigen Disney-Pixar-Streifen erinnert. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Conti baut zwar keine Gabelstapler, liefert aber alle Komponenten auf dem Bild - abgesehen vom Plexiglas - als da wären: Sitzbezüge, Kameras, Riemen, Schläuche, Dämpfer und natürlich die Reifen

    Conti baut zwar keine Gabelstapler, liefert aber alle Komponenten auf dem Bild - abgesehen vom Plexiglas - als da wären: Sitzbezüge, Kameras, Riemen, Schläuche, Dämpfer und natürlich die Reifen. - Bild: Poll/Produktion

  • Bei Universal Robots zeigten die Roboter in Sachen Beweglichkeit, was sie so drauf haben

    Bei Universal Robots zeigten die Roboter in Sachen Beweglichkeit, was sie so drauf haben. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Bei Omron konnte man gegen einen (ein wenig gruselig aussehenden) Roboter sogar Tischtennis spielen

    Bei Omron konnte man gegen einen (ein wenig gruselig aussehenden) Roboter sogar Tischtennis spielen. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Hans Beckhoff: "Wesentlicher Bestanteil der Automatisierung ist der menschliche Faktor!"

    Hans Beckhoff: "Wesentlicher Bestanteil der Automatisierung ist der menschliche Faktor!" - Bild: Wilk/Produktion

  • Im Prinzip geht alles aber ohne Robo geht nichts: Auch am Stand von Rittal ist die Robotik präsent

    Im Prinzip geht alles aber ohne Robo geht nichts: Auch am Stand von Rittal ist die Robotik präsent. - Bild: Nördinger/Produktion

  • Unter dem Label 'Smart Eco System' von Schaeffler läuft Predictive Maintenance 4.0 für Motor-Getriebe-Einheiten

    Unter dem Label 'Smart Eco System' von Schaeffler läuft Predictive Maintenance 4.0 für Motor-Getriebe-Einheiten. - Bild: Poll/Produktion

  • Das Evo-Shuttle vom österreichischen Hersteller Knapp beschreitet neue Wege: Es ist nicht mehr gassengebunden, sondern kann auch quer fahren und somit innerhalb einer Ebene die Gassen wechseln.

    Das Evo-Shuttle vom österreichischen Hersteller Knapp beschreitet neue Wege: Es ist nicht mehr gassengebunden, sondern kann auch quer fahren und somit innerhalb einer Ebene die Gassen wechseln. - Bild: Poll/Produktion