Internet of Things, Tablet-PC

Das Internet of Things ist einer der Megatrends in der Industrie. - Bild: Fotolia/sittinan

Ein Grund warum das Thema Internet der Dinge gerade einen solchen Aufwind erlebt: Die Cloud lädt zum Experimentieren ein. Denn dank dieser Technologie sind keine großen Up-front-Investments nötig, wie es vor wenigen Jahren noch der Fall war. Marc Sauter, globaler IoT Marketingchef bei Vodafone, sagt: „Im Moment befinden wir uns noch am Anfang einer riesigen Internet of Things Welle.“

Aus Sicht des Telekommunikationsunternehmens war das Thema Internet der Dinge das wichtigste Marktsegment auf der diesjährigen Hannover Messe - nicht nur in den digitalen Welten in den Messehallen. Insbesondere bei den Themen  Ferndiagnose, Wartung beziehungsweise Predictive Maintenance sieht Vodafone großes Wachstumspotenzial. „Hier sind wir bestens positioniert, denn die sichere Vernetzung von Maschinen ist Teil unserer DNA“, so Sauter.

Der Markt gilt als sehr attraktiv, bietet zahlreichen Unternehmen Wachstumschancen. „Derzeit verzeichnen wir eine jährliches Plus von rund 25 Prozent im Bereich Internet-of-Things. Wir befinden uns aktuell in einer Phase, in der der Kuchen insgesamt noch größer wird“, erklärt Vodafone-Manager Sauter. Gleichwohl sei in Zukunft mit einer Konsolidierungsphase zu rechnen. Die Frage werde sein, welche Plattformen sich durchsetzen. Zudem werde es eine der großen Herausforderungen sein, zu standardisieren.

Die Vernetzung smarter, intelligenter Maschinen ist komplex. So ist es kein Wunder, dass auch die Maschinenbauer längst voll vernetzt sind und starke Software-Abteilungen aufgebaut haben. Auch Uwe Bergmann, CEO beim ERP-Branchenspezialist hat diesen Trend bemerkt, er kommentiert: "Dass Maschinenbauer zunehmend auch selbst Software entwickeln, ist ein Trend, für uns aber eher ein unterstützender Trend."

Neue Geschäftsmodelle

Gleichzeitig arbeiten viele Maschinenbauer bereits mit Hochdruck an neuen Geschäftsmodellen: Software und Service sind die Stichwörter, die hierzu immer wieder fallen. Was die Maschinenbauer erleben ist das, was die IT-Unternehmen bereits in der Vergangenheit mit der Cloud durchgemacht haben: Platform as a service ist für Konzerne wie SAP Teil des Geschäftsmodells. Auch nach wie vor sieht sich die IT-Welt im Wandel begriffen. Cosmo Consult CEO Bergmann sagt zum Beispiel: "Auch unsere Geschäftsmodelle ändern sich. Wir entwickeln uns vom ERP-Anbieter zum End-to-End-Integrator."

Industrie und IT wachsen also zusammen. Entstehen dadurch neue  Konkurrenzsituationen? Maschinenbauer, die Software-seitig aufgerüstet haben, gegen klassische Software-Anbieter? Nils Herzberg, Vice President GTM IoT & Digital Supply Chain  bei SAP, glaubt das nicht: "Wir beobachten, dass unsere Kunden immer größere Software-Entwicklungsgruppen haben. Es ist aber nicht so, dass wir mit ihnen konkurrieren.“

Vielmehr glaubt der SAP-Manager, dass die Partnerschaften im Bereich des Internet der Dinge weiter zunehmen werden: "Es ist fakt, dass keiner IoT aus einer Hand liefern kann. Dafür wäre eine unglaubliche Fertigungstiefe notwendig.“ Ohne Partnerschaften könne sich das kein Hersteller leisten.

Ein Grund für die große Zahl an Partnerschaften im Internet of Things ist laut Herzberg, dass sich das Thema noch im Aufbau befindet: „Aktuell wissen wir noch nicht, wo die Reise genau hingeht. Und deswegen gibt es viele Partnerschaften. Gleichwohl legen wir Wert darauf, dass die Partnerschaften auch sehr belastbar sind. Wir müssen uns auf unsere IoT-Partner verlassen können."

Die digitale Fabrik - 4 Experten, 1 Thema

Digitalisierung ist gut und schön. Aber welche Daten werden denn überhaupt benötigt, um eine digitalisierte Fabrik zu betreiben? Susanne Nördinger, die Chefin vom Dienst Print der Fachzeitung Produktion, hat darum vier Experten der Firmen Axoom, Kuka, SAP und Schunk auf der Hannover Messer 2017 zum Thema befragt.