Sigmar Gabriel Tesla-Chef Elon Musk

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Tesla-Chef Elon Musk. - Bild: BMWi/Maurice Weiss

Nach den Aussagen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel verhandelt der US-Elektroautopionier Tesla mit der Bundesregierung über den Bau einer Batteriefabrik in Deutschland. "Wir sprechen darüber", sagte Gabriel laut der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Aber wieso und wie kann das sein? Wird doch der aktuell einzige Produktionsstandort für Li-Ion-Zellen in Deutschland, den Daimler im sächsischen Kamenz betreibt, demnächst dicht gemacht. "Wir gehen davon aus, dass Tesla in erster Linie an einer weltweiten Produktionserweiterung für Li-Ion Zellen interessiert ist. Da Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt ist und auch in Zukunft sein wird und die Dichte an potentiellen Tesla-Kunden, Zulieferern und Automobilherstellern hierzulande sehr hoch ist, wäre dies ein Argument für Tesla vor Ort zu sein", erklärt Stefan Di Bitonto, Experte für die Automobilindustrie und Elektromobilität bei Germany Trade & Invest (GTAI).

Außerdem gelte Deutschland als Innovationshub innerhalb der Automobilindustrie – allein rund 40 Prozent der weltweiten Produktion von Premiumfahrzeugen findet in Deutschland statt. Daneben könnte nach Ansicht des Experten die Energiewende eine durchaus wichtige Rolle spielen: "Mit der einhergehenden Energiewende wächst die Nachfrage nach stationären Speicherlösungen."

GTAI: Tesla-Fabrik wäre wünschenswert

Um die Wertschöpfungskette in Deutschland im Fahrzeugbau zu komplettieren, fehlt laut GTAI derzeit noch eine funktionierende profitable Produktion von Li-Ion-Zellen. Aufgrund aktueller weltweiter Überproduktionen scheine es nicht möglich, eine kleinere Anlage gegenwertig profitabel zu betreiben.

"Tesla wäre den anderen Herstellern (sowohl Li-Ion-Herstellern als auch OEM) dann einen Schritt voraus. Was bedeuten würde, dass sie unter den gegebenen Bedingungen profitabel die Skalierung der Zellen betreiben können", sagt Di Bitonto und ergänzt, dass dies für den Wirtschaftsstandort Deutschland durchaus wünschenswert wäre. "Denn dann würde ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette von (40% bei Elektrofahrzeugen) ausgefüllt."