Schaeffler-Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld

Schaeffler-Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld. - Bild: Schaeffler

Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld sieht die gegenläufige Entwicklung der beiden Bereiche als Bestätigung für seine Strategie. "Wir sind eben kein reiner Automobil-Zulieferer, sondern auch ein starker Industrie-Zulieferer", sagte er im Interview mit dpa-AFX. "Die Kombination der beiden Sparten ist entscheidend."

"Im Automotive-Geschäft rechnen wir für das zweite Halbjahr vor allem in China mit einer Abschwächung", sagte Rosenfeld weiter. "Die chinesischen Konsumenten scheinen verunsichert zu sein." Dafür laufe das Industriegeschäft besser als erwartet. "Die Mischung reicht, um den Gesamtausblick zu bestätigen."

Die Schaeffler-Aktie legte auf die Nachricht hin 5 Prozent zu und ist damit an der Spitze des MDax . Seit einem Zwischenhoch im Januar hatten die Papiere zuvor rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Für 2018 erwarte der Konzern ein schwächeres Umsatzwachstum und eine niedrigere Ebit-Marge für den Bereich Automotive, hat der MDax-Konzern aus Herzogenaurach zuvor am Mittwochmorgen mitgeteilt. Das Umsatzwachstum für das Automobilgeschäft soll bei währungsbereinigt 4,5 bis 5,5 Prozent liegen, statt bei 6 bis 7 Prozent wie bislang erwartet. Die Ebit-Marge erwartet Schaeffler bei 8,5 bis 9,5 Prozent, statt bei 9,5 bis 10,5 Prozent.

Die Industriesparte auf der anderen Seite soll währungsbereinigt um 8 bis 9 Prozent wachsen, statt nur um 6 bis 7 Prozent. Den Ausblick für die Ebit-Marge vor Sondereffekten für die Sparte hebt Schaeffler von 9 bis 10 auf 10 bis 11 Prozent. Unterm Strich erwartet Schaeffler für das Jahr wie vorher ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und einen Free Cash Flow vor M&A-Aktivitäten von 450 Millionen Euro.

Die beiden Sparten gehorchen verschiedenen Zyklen, erklärte Rosenfeld. "Erstens bedient der Automotive-Bereich nur eine Branche, während die Industriesparte acht Branchen bedient. Zweitens sind die Anlaufzeiten im Bereich Industrie grundsätzlich kürzer. Drittens ist das Auto-Geschäft stärker ein Konsumentengeschäft."