Hurrikan, Pickup

Hurrikan "Harvey" für Überschwemmungen in Texas und Louisiana gesorgt. - Bild: Pixabay

Waren bisher nur kleinere Anlagen betroffen, fährt der Chemieriese nach Angaben vom Donnerstag nun auch den Steamcracker in Port Arthur mit reduzierter Kapazität. Die petrochemische Anlage, in der Rohbenzin zu chemischen Grundstoffen aufgespalten wird, ist die größte weltweit.

Die Hafenstadt Port Arthur an der Grenze zu Louisiana, wo der Sturm am Mittwoch wieder auf das Land gedreht war, steht nach Angaben des dortigen Bürgermeisters Derrick Foreman komplett unter Wasser.

Am Verbundstandort Freeport bei Houston wurden nach Engpässen bei der Rohstoffversorgung einige Anlagen heruntergefahren. An den kleineren Standorten in Beaumont, Bishop und Pasadena war der Betrieb bereits zuvor gestoppt worden.

Harvey war der stärkste Wirbelsturm in Texas seit über 50 Jahren. Er wurde von extremen Regenfällen begleitet, die weite Teile der Küstenregion unter Wasser setzten.

BASF bereitet Wiederanfahren kleinerer Anlagen vor

Am Freitagvormittag berichtete Dow Jones Newswires, dass sich an der überfluteten texanischen Golfküste langsam Entspannung abzeichnet. BASF bereitet an seinen kleineren Standorten nach eigenen Angaben die Wiederaufnahme des Betriebs in den nächsten Tagen vor.

Die beiden großen Standorte - der Steamcracker in Port Arthur und die Verbundanlage in Freeport - produzieren weiter mit reduzierter Kapazität. In Port Arthur, wo Rohbenzin zu chemischen Vorprodukten verarbeitet wird, gibt es nach Angaben einer Sprecherin Probleme mit den örtlichen Versorgern. In Freeport sei es schwierig, angesichts der Wassermassen Rohstoffe zu liefern und erzeugte Produkte abzutransportieren.

In welchem Maße Produktion ausfällt, ist derzeit nicht bekannt. Für BASF arbeiten 3.000 Menschen an den texanischen Standorten.

Schoeller-Bleckmann-Standorte kaum von "Harvey" betroffen

Die Werke des österreichischen Dienstleisters für die Ölindustrie Schoeller-Bleckmann sind von dem Hurrikan "Harvey" nur wenig betroffen. "Trotz der dramatischen Verwüstungen, die Harvey in der Region angerichtet hat, kam es nur zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Arbeit an den Standorten", teilte die Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG mit.

Bis Mitte der Woche habe der Konzern seine Standorte geschlossen gehalten, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Derzeit sei der Betrieb mit etwa 30 Prozent der Belegschaft wieder in Gang. Im Laufe der nächsten Woche sei geplant, die Produktion wieder voll aufzunehmen, wenn alle Zufahrtsstraßen wieder frei sind.

Schoeller-Bleckmann beschäftigt in Houston an fünf Standorten in ihren Tochtergesellschaften rund 500 Mitarbeiter.