Weitere Schadenersatzklagen gegen Porsche SE nach Hannover verwiesen. - Bild: Porsche

Weitere Schadenersatzklagen gegen Porsche SE nach Hannover verwiesen. - Bild: Porsche

Das Landgericht Braunschweig hat zwei weitere Schadenersatzklagen gegen die Porsche SE wegen kartellrechtlicher Fragen an das Landgericht Hannover verwiesen. Das teilte die Instanz am Donnerstag mit.

In einem der beiden Verfahren handelt es sich um eine Gesellschaft rund um den verstorbenen Unternehmer Adolf Merckle, welche nach der verpatzten VW-Übernahme durch Porsche Schadensersatz von rund 213 Millionen Euro verlangt. In einem zweiten Verfahren handelt es sich um eine Klägergemeinschaft von insgesamt 32, größtenteils ausländischen Investoren, die von der Porsche Holding mehr als 400 Millionen Euro Schadensersatz vor Gericht einfordern.

Schon zuvor hatte das Landgericht Braunschweig mehrere Verfahren an das für kartellrechtliche Belange zuständige Gericht in Hannover verwiesen, darunter eine Klägervereinigung rund um den Hedgefonds Elliott, die einen Schadensersatz von rund 1,8 Milliarden Euro verlangt.

Die teils milliardenschweren Schadenersatzklagen gehen auf den gescheiterten Versuch der Volkswagen-Übernahme durch Porsche im Jahr 2008 zurück. Investoren fühlen sich getäuscht, weil Porsche zunächst öffentlich Übernahmegerüchte zurückgewiesen hatte. Hedgefonds setzten in der Situation auf einen fallenden Kurs der VW-Aktie. Als Porsche einige Monate später doch zur Übernahme des größten Autobauers Europas ansetzte, mussten die Fonds VW-Aktien zu Höchstpreisen an der Börse einkaufen.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht